US-Raketenangriff treibt Ölpreis nach oben | Wirtschaft | DW | 03.01.2020
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Ölpreis

US-Raketenangriff treibt Ölpreis nach oben

Der Raketenangriff der USA auf einen Flughafen im Irak hat einen hohen iranischen Militär das Leben gekostet. Die gestiegene Kriegsgefahr im Mittleren Osten treibt den Ölpreis in die Höhe.

Die sich erheblich verschärfenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran sowie die gefährliche Eskalation in der Golfregion insgesamt lösen an den Finanzmärkten weltweit Unruhe aus. Um 7:26 MEZ meldete die Nachrichtenagentur Reuters bereits, dass sich aus Furcht vor Lieferausfällen Anleger mit Rohöl eindecken.

Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 68,18 US-Dollar - 1,93 Dollar mehr als am Donnerstag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 1,70 Dollar auf 62,88 Dollar. Zeitweise waren die Erdölpreise sogar noch deutlicher gestiegen.

Der US-Ölpreis erreichte den höchsten Stand seit Mai 2019. Damit wurde sogar der Höchststand vom vergangenen September übertroffen, der nach einem schweren Angriff auf saudi-arabische Ölanlagen markiert worden war. Der Preis für Nordseeöl kletterte am Freitag bis auf 69,16 Dollar.

Die deutschen Indizes geben nach

Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran belasteten auch den Dax. Der deutsche Leitindex büßte am Morgen 1,20 Prozent auf 13 225,78 Punkte ein, nachdem er tags zuvor noch ein neues Hoch seit Anfang 2018 nur haarscharf verpasst hatte. Der MDax der mittelgroßen Werte fiel um 0,72 Prozent auf 28 402,18 Punkte. In Europa verlor der EuroStoxx 50 knapp 0,9 Prozent.

Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners schrieb: "Die Eskalationsspirale ist in vollem Gang." Die entscheidende Frage sei jetzt, wie weit beide Seiten zu gehen bereits sind. "Dieser Konflikt hat das Potenzial, politisch und wirtschaftlich extreme Turbulenzen auszulösen", fuhr der Experte fort. Der drastische Anstieg des Ölpreises sei möglicherweise erst ein klitzekleiner Vorgeschmack auf das, was da noch kommen kann.

Flughäfen unter Druck

«Der erste Schock sitzt tief», ergänzte Marktstratege Andreas Lipkow von der Comdirect Bank. Nun müsse sich zeigen, ob die Situation weiter eskaliert oder in den kommenden Handelstagen wieder beruhigt. Zunächst aber wurden europaweit Aktien von Fluggesellschaften erst einmal gemieden; sie leiden oftmals stark unter steigenden Treibstoffpreisen. Am Dax-Ende rutschen die Aktien der Lufthansa auf das tiefste Niveau seit Ende Oktober ab.

In diesem Sog verloren die Anteilsscheine von Fraport mehr als 2,5 Prozent. Sie gerieten auch nach einem Medienbericht über düstere Zeiten für Deutschlands Flughäfen unter Druck. Diese müssen sich nach Einschätzung ihres Verbandes auf weniger Passagiere einstellen.

Sorgen in Fernost

Auch in Asien reagierten die Anleger verunsichert. Die Börse Shanghai bröckelte nach den Kursgewinnen vom Donnerstag ab und notierte am Freitag bei 3081 Punkten. Die indischen Leitindizes fielen um jeweils ein halbes Prozent. Der Aktienmarkt in Japan blieb wegen eines Feiertages geschlossen.    

"Iran wird sicher zurückschlagen", sagte Ajay Bodke, Chef des Vermögensverwalters Prabhudas Lilladher. Der durch die Spannungen ausgelöste Ölpreis-Anstieg belaste Importländer wie Indien zusätzlich.

dk/ul (dpa, rtr)

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