US-Notenbank lässt Leitzins wie erwartet stabil | Wirtschaft | DW | 08.11.2018
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Zinspolitik

US-Notenbank lässt Leitzins wie erwartet stabil

Die US-Währungshüter legen bei ihrer Anpassung der Leitzinsen eine Pause ein. Was Ökonomen nicht überrascht. Der nächste Zinsschritt wird erst im Dezember erwartet. Präsident Trump versucht zu bremsen.

Die US-Notenbank Federal Reserve hat den Leitzins bei der Sitzung ihres Offenmarktausschusses am Donnerstag unangetastet gelassen. Die sogenannte Federal Funds Rate, der Zinssatz, zu dem sich Banken gegenseitig über Nacht Geld leihen, bleibt demnach weiterhin in einem Korridor zwischen 2,0 und 2,25 Prozent, wie die Währungshüter um Fed-Chef Jerome Powell (Artikelbild) am Donnerstag mitteilten.

Sie konstatierten zudem, das Wachstumstempo der Wirtschaft sei "stark" und ließen damit die Tür für weitere Erhöhungen offen. Die Währungshüter hatten den Leitzins zuletzt im September angehoben. Die Federal Reserve hat nach Ende der Finanzkrise im Jahr 2015 damit begonnen, die Phase des ultrabilligen Geldes zu beenden und den Leitzins von praktisch Null graduell zu erhöhen. Es war bereits die dritte Erhöhung in diesem Jahr. Angesichts des anhaltenden Booms mit Vollbeschäftigung am Arbeitsmarkt erwarten Experten, dass die Fed im Dezember nachlegen und nächstes Jahr noch drei weitere Schritte nach oben folgen lassen wird.

USA Jerome Powell Notenbankchef mit Trump vor dem Weißen Haus (Getty Images/D. Angerer)

Kein Fan höherer Zinsen: Fed-Kritiker und US-Präsident Donald Trump (li.) mit Jerome Powell vor dem Weißen Haus

Zinserhöhungen gegen Konjunktur-Überhitzung

Mit einer Straffung der Geldpolitik kann die Fed einer Überhitzung der Konjunktur vorbeugen, die von US-Präsident Donald Trumps radikaler Steuerreform zusätzlichen Schub erhält. Der US-Präsident, dessen Republikaner bei den Kongresswahlen am Dienstag die Mehrheit im Repräsentantenhaus einbüßten, hat die Notenbank wegen der Zinserhöhungen kritisiert und für verrückt erklärt. Er fürchtet, dass die höheren Zinsen dem Aufschwung schaden.

Laut Marktbeobachtern in den USA häuften sich zuletzt allerdings Anzeichen an den Märkten, dass das durch die Steuerreform Donald Trumps entfachte konjunkturelle Strohfeuer früher als erwartet abbrennen könnte. Vor einem Ende dieser Effekte hatte zuletzt auch bereits der Internationale Währungsfonds (IWF) gewarnt. Hinzu komme Unsicherheit wegen der Handelspolitik Trumps.

tko/uh (dpa, rtr)

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