US-Finanzminister versucht Wogen zu glätten | Wirtschaft | DW | 12.10.2018
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Weltwirtschaft

US-Finanzminister versucht Wogen zu glätten

Der Absturz der Kurse an der Wall Street ist laut US-Finanzminister Steven Mnuchin "nur eine normale Korrektur". Gleichzeitig nahm er die US-Notenbank gegen die Kritik von Präsident Trump in Schutz.

Nach den scharfen Attacken von US-Präsident Donald Trump auf die heimische Notenbank (Fed) versucht Finanzminister Steven Mnuchin die Wogen zu glätten. Trump respektiere die Unabhängigkeit der Fed, sagte Mnuchin am Freitag dem Sender CNBC. "Der Präsident mag niedrige Zinsen. Der Präsident ist in Sorge, dass die Fed die Zinsen zu stark anhebt und damit die Wirtschaft bremst. Und das sind ganz natürliche Sorgen", ergänzte der Minister. Mnuchin betonte zugleich, Trumps Äußerungen hätten die Fed nicht beschädigt. Er attestierte Notenbank-Chef Jerome Powell gute Arbeit.

Die US-Konjunktur bleibe stark, sagte Mnuchin am Freitag im US-Sender CNBC. Märkte hätten die Tendenz, "zu weit in beide Richtungen" auszuschlagen. Es sei gut, dass die Kurse sich am Freitag wohl erholen werden.

Wegen der starken Konjunktur ist die Fed dabei, die Zinsen schrittweise anzuheben. Weitere Schritte hat sie für dieses und kommendes Jahr signalisiert. Trump fürchtet dadurch einen Dämpfer für die heimische Wirtschaft und hat die Notenbanker bereits mehrfach kritisiert. Nach heftigen Kursverlusten an den Börsen verschärfte er in den vergangenen Tagen seine Wortwahl und nannte die Fed "verrückt". Dies sorgte für zusätzliche Irritationen an den Finanzmärkten.

Diverse Gründe für Kursverluste

Die Wall Street in New York hatte am Mittwoch einen der schlechtesten Tage dieses Jahres erlebt, der Dow-Jones-Index gab um mehr als drei Prozent nach. Daraufhin war es weltweit zu deutlichen Kursverlusten gekommen. So sackte der Nikkei-Index am Donnerstag um fast vier Prozent ein; der Dax hatte am Mittwoch mit einem Minus von 2,21 Prozent und am Donnerstag mit einem Rückgang von 1,48 Prozent geschlossen.

Als Grund für den Absturz der Kurse in den USA nannten Analysten Sorgen vor Zinsanhebungen, aber auch die anhaltenden Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China sowie die Unklarheit über den Brexit. Steigende Zinsen machen das Sparen und die Anlage in Staatsanleihen im Vergleich zu Aktien attraktiver.

US-Präsident Trump hatte mit Kritik an der US-Notenbank reagiert und damit die Sorgen von Anlegern weiter befeuert. Mnuchin hatte bereits am Donnerstag gegengesteuert und betont, die Fed sei nicht verantwortlich für den Kurssturz.


hb/zdh (rtr,afp)

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