Unruhen in Kurdistan | Aktuell Nahost | DW | 19.12.2017
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Irak

Unruhen in Kurdistan

Bei Ausschreitungen in der autonomen Kurdenregion im Nordirak hat es mehrere Tote und viele Verletzte gegeben. Wie Augenzeugen berichten, haben Sicherheitskräfte das Feuer auf die Demonstranten eröffnet.

Die Einheiten hätten auf die Demonstranten geschossen, sagte ein Sprecher der Gesundheitsverwaltung der Region Suleimanija. Nach unterschiedlichen Angaben wurden zwischen drei und fünf Menschen getötet, mehr als 70 wurden verletzt. Demonstranten sollen in der Stadt Raparin Gebäude der beiden großen kurdischen Parteien PUK und DPK in Brand gesetzt haben. In Koisindschak wurde das Büro des Bürgermeisters niedergebrannt.

Hunderte Demonstranten attackierten auch dort den Sitz der DPK und der PUK. Das Büro des privaten kurdischen Senders NRT in Suleimanija wurde besetzt und der Sender abgeschaltet.

Auch in den Städten Rania, Kifri und Halabscha gingen wütende Demonstranten auf die Straße, um gegen die Folgen des politisch gescheiterten Referendums zu protestieren. Bereits am Montag hatten Demonstranten Einrichtungen der fünf wichtigsten Parteien in der autonomen Kurdenregion angegriffen.

Gebietsverluste nach Referendum

Die Kundgebungsteilnehmer verlangen den Rücktritt der Regionalregierung des autonomen Kurdengebiets, in dem sich die Bevölkerung bei dem Referendum vom 25. September für die Loslösung vom Irak ausgesprochen hatte.

Der Zorn der Demonstranten entzündete sich an den Gebietsverlusten, die irakische Truppen der kurdischen Autonomieregion im Anschluss an das umstrittene Unabhängigkeitsreferendum zugefügt hatten. Auch die ölreiche Provinz Kirkuk wurde von den irakischen Einheiten eingenommen.

Irak Sulaimaniyah -Kurdische Protestierende (Reuters/S. Mahmoud)

Protest gegen die eigene Regierung: Iraks Kurden sind wütend

Der langjährige Kurdenpräsident Massud Barsani war nach der Offensive der irakischen Armee zurückgetreten. Sein Neffe Nechirvan Barsani übernahm das Amt des Ministerpräsidenten. Die für November angesetzten Wahlen in der Autonomieregion wurden verschoben.

cgn/se (afp, afpe, rtr, rtre)

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