UNESCO erklärt Reggae zum Weltkulturerbe | Aktuell Welt | DW | 29.11.2018
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Jamaika

UNESCO erklärt Reggae zum Weltkulturerbe

Die UN-Kulturorganisation hat die unter anderem durch Bob Marley bekanntgewordene Musik aus Jamaika zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit erklärt. In rund 50 Jahren hat der Reggae eine Weltkarriere hingelegt.

Die UNESCO-Kommission würdigte bei ihrer Tagung in Port-Louis auf Mauritius den Beitrag dieser Musikrichtung zum internationalen Bewusstsein "über Fragen der Ungerechtigkeit, des Widerstandes, der Liebe und Menschlichkeit". Nach dem Beschluss tanzten die Staatenvertreter spontan zu Marleys Song "One Love", wie eine UNESCO-Sprecherin berichtete.

Jamaika hatte seine Bewerbung damit begründet, die durch Künstler wie Bob Marley geprägte Musik spiele eine "Schlüsselrolle" im Leben "der gesamten jamaikanischen Gesellschaft" und insbesondere bei der Gemeinschaft der Rastafari. Der Reggae sei ein "kreativer Ausdruck ihrer Glaubensrichtungen, ihrer Hoffnungen und Ziele", hob der karibische Inselstaat hervor.

Gesellschaftspolitische Themen

Die goldene Zeit des Reggaes waren die 1970-er Jahre. Der Sound der Musikrichtung aus dem karibischen Inselstaat Jamaika kommt fröhlich und sorgenfrei daher. Doch das täuscht: Themen wie Unterdrückung, soziale Ungleichheit und politische Entfremdung sind durchaus zentrale Merkmale der Texte von Reggae-Größen wie Bob Marley, Peter Tosh und Jimmy Cliff. 

Bob Marley (picture-alliance/dpa/I. K. Brathwaite)

Bob Marley, der berühmteste Vertreter des Pop-Genre, wurde in den 70-er Jahren zum Megastar

Der UNESCO-Ausschuss tagt noch bis Samstag in Port Louis, der Hauptstadt von Mauritius. Insgesamt sind der UNESCO zufolge diese Woche knapp 50 Kulturformen neu als immaterielles Kulturerbe der Menschheit vorgeschlagen. 

Bisher zählen schon 470 lebendige Traditionen aus den Bereichen Tanz, Theater, Musik, mündliche Überlieferungen, Naturwissen und Handwerkstechniken dazu. Darunter sind zum Beispiel der Orgelbau und die Orgelmusik aus Deutschland, der Tango aus Argentinien und Uruguay und die traditionelle chinesische Medizin.

ni/mak (afp, dpa)

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