UN Women: „Alles, was wir tun, ist nur ein Tropfen im Ozean“ | Pressemitteilungen | DW | 25.10.2013
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Pressemitteilungen

UN Women: „Alles, was wir tun, ist nur ein Tropfen im Ozean“

In einem Interview hat sich die Exekutivdirektorin der UN-Frauenorganisation UN Women, Lakshmi Puri, zur Entwicklung der Gleichberechtigung geäußert und darauf hingewiesen, dass 70 Prozent der Ärmsten Frauen sind.

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Lakshmi Puri, Exekutivdirektorin von UN Women

Die Millenniumsziele der UN haben nach Ansicht von Lakshmi Puri „das Problem von Ungleichheit und Diskriminierung nicht in seiner Komplexität erfasst, besonders nicht die unterschwelligen strukturellen Probleme“. Das sagte die Exekutivdirektorin der UN-Frauenorganisation UN Women in einem Interview der Deutschen Welle. Ihre Organisation habe neue Ziele zur Gleichberechtigung entwickelt.

„Dies bedeutet eine Verpflichtung aller Regierungen gegenüber ihrem Volk. Sie sind sowohl sich selbst als auch der internationalen Gemeinschaft gegenüber verantwortlich, diesen Vorgaben nachzukommen. Die Vereinten Nationen werden dies überwachen. Es wird Indikatoren und Ziele geben, die eingehalten werden müssen. Es ist wichtig, dass die Regierungen selbst die Ergebnisse liefern müssen.

Die Herausforderung, die mit der Gleichstellung und der Stärkung von Frauenrechten einhergeht, ist so groß, dass erst mal alles, was wir tun, nur ein Tropfen im Ozean ist. Doch dieser Tropfen ist essenziell. Wir müssen weitermachen, um dieses Missverhältnis zu beenden. Das Missverhältnis zwischen den Geschlechtern weltweit. Zum Beispiel die Armut: 70 Prozent der Ärmsten der Armen sind Frauen. Armut hat also ein weibliches Gesicht. Dann die Bildungs- und Einkommensunterschiede am Arbeitsplatz, sogar hier in Deutschland. Überall gibt es Hürden durch Kultur, Traditionen und Denkweisen, die es zu überwinden gilt.
Denn Patriarchat und Ungleichheit sind in Gesellschaften stark verwurzelt, sind zerstörerische Praktiken. Das kann man nicht so leicht kurzerhand korrigieren wie andere Probleme, dagegen gibt es keinen Impfstoff, das geht tiefer.“

Neben gesetzgeberischen Maßnahmen setzt Puri auch auf einen gesellschaftlichen Bewusstseinswandel:

„Es gibt zwei Aspekte bei diesem Projekt: Der eine ist, den Druck von oben zu ändern durch Regierungen, die Gesetze und Verfassungen ändern, Strategien und Impulse von oben geben. Gleichzeitig braucht man Frauen und Mädchen, die sich ihrer Rechte bewusst sind und diese einfordern. Doch wir brauchen auch junge Männer, die sich des Problems bewusst sind und das Verlangen nach Gleichberechtigung und gegenseitiger Achtung verstehen; Männer, die Partner sein wollen. Wir brauchen also 'feministische' Männer. Und Jungen, die in diesem Bewusstsein erzogen werden, in einer Kultur der Gleichberechtigung und Stärkung der Frau.“

25. Oktober 2013
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