Umstrittenes Comeback des Stierkampfs in Mallorca | Aktuell Europa | DW | 09.08.2019
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Spanien

Umstrittenes Comeback des Stierkampfs in Mallorca

Alle Proteste der Tierschützer waren am Ende umsonst: Nach einer zweijährigen Zwangspause werden Toreros auf Spaniens Urlaubsinsel Nummer eins wieder Stiere töten dürfen. Das hat Madrid erzwungen.

Torero Alejandro Talavante in Aktion bei einem Stierkampf in Palma de Mallorca am 3. August 2017 (Foto: Getty Images/AFP/J. Reina)

Torero Alejandro Talavante in Aktion bei einem Stierkampf in Palma de Mallorca am 3. August 2017

Die zuständigen Behörden in Mallorcas Inselhauptstadt Palma gaben am Donnerstag nach einer Inspektion der dortigen Arena endgültig grünes Licht für die Veranstaltung an diesem Freitagabend.

Die heftig umkämpfte Neuauflage war vom spanischen Verfassungsgericht ermöglicht worden. Ende 2018 kippten die Richter in Madrid in Teilen ein balearisches Stierkampfverbot aus dem Jahr 2017. Annulliert wurde vor allem ein seitdem geltendes Verletzungs- und Tötungsverbot. Die Begründung der Richter lautete: Da der Stierkampf 2013 zum nationalen Kulturgut erklärt worden sei, könne nur der Staat über ein komplettes Verbot entscheiden. Die einzelnen Regionen dürfen demnach nicht eigenmächtig solche Beschlüsse fassen.

Keine Minderjährigen, kein Alkohol

Einige der Beschlüsse von 2017 gelten aber auf Mallorca weiterhin. Zum Beispiel dürfen Minderjährige nicht in die Arena. Es gilt ein Alkoholverbot. Die Polizei werde über die Einhaltung dieser und anderer Vorschriften wachen, teilte die Stadtverwaltung mit.

Das bald 12.000 Zuschauer fassende Coliseo Balear in Palma wird in diesem Jahr 90 Jahre alt (Foto: picture-alliance/dpa/C. Margais)

Das bald 12.000 Zuschauer fassende "Coliseo Balear" in Palma wird in diesem Jahr 90 Jahre alt

Bei den traditionellen Corridas erfolgt die Tötung des Stiers nach rund 20 Minuten mit einem Degen. Pro Veranstaltung werden in der Regel insgesamt sechs Stiere ritualisiert getötet. Erst am Montag hatten rund 50 Tierschützer vor dem Rathaus von Palma protestiert. Sie skandierten Parolen wie "Das ist keine Kultur, sondern Tortur!". Die Tierschutzgruppe "I.C.A. Animalista" rief für den Abend zu einer Protest-Kundgebung vor der Arena auf.

Lange Schlangen vor den Kassen

Die Organisatoren erwarten trotz der Proteste viele Besucher im gut 11.600 Zuschauer fassenden "Coliseo Balear", das dieses Jahr den 90. Jahrestag seiner Eröffnung feiert. Vor den Kassen bildeten sich in den vergangenen Tagen lange Schlangen. Auftreten werden in Palma unter anderem die Star-Toreros Morante de la Puebla und Julián Lóper Escobar, genannt "El Juli".

sti/gri (dpa)

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