Ugandischer Oppositioneller Bobi Wine ausgereist | Aktuell Afrika | DW | 01.09.2018
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Ostafrika

Ugandischer Oppositioneller Bobi Wine ausgereist

Festnahme, Freilassung, Ausreisesperre - doch dann kann der frühere Reggae-Star das Land verlassen. Er braucht dringend ärztliche Hilfe - nach mutmaßlicher Folter durch Sicherheitskräfte.

Uganda Kampala Oppositioneller Bobi Wine (Getty Images/AFP)

Der Oppositionelle am Montag nach seiner Freilassung - hier auf dem Weg ins Krankenhaus

Nach mutmaßlicher Folter in Haft ist der ugandische Oppositionspolitiker und Ex-Sänger Bobi Wine zur Behandlung in die USA ausgereist. Der 36-Jährige, der mit richtigem Namen Robert Kyagulanyi heißt, sei im ugandischen Entebbe in einem KLM-Flugzeug abgeflogen, sagte sein Anwalt Nicholas Opiyo. Wine werde zusammen mit seiner Frau Barbie und seinem Bruder Daks Sentamu über die Niederlande in die USA fliegen.

Der frühere Reggae-Star war Mitte August festgenommen worden, nachdem Oppositionelle den Konvoi von Staatschef Yoweri Museveni mit Steinen beworfen und ein Fahrzeug beschädigt hatten. Wine wurde wegen illegalen Waffenbesitzes und Hochverrats angeklagt. Nach eigenen Angaben wurde er im Armeegewahrsam geschlagen und gefoltert. Am Montag kam er nach zwei Wochen Haft gegen Kaution auf freien Fuß.

"Folterarzt wollte ihn behandeln"

Am Donnerstagabend wurde der Abgeordnete dann nach Angaben seiner Anwälte am Flughafen von Entebbe erneut festgenommen. Er sei in ein Regierungskrankenhaus in Kampala eingeliefert worden. Dort habe er sich mit seiner Frau in einem Raum verschanzt und den Armeeärzten den Zutritt verweigert, sagte Wines internationaler Anwalt Robert Amsterdam. "Der Arzt, der Bobis Folter überwachte, gehört zu dem Team, das zu ihm wollte."

Uganda «Präsident der Ghettos» Bobi Wine wegen Hochverrats angeklagt (picture-alliance/AP Photo/R. Kabuubi)

Bobi Wines Unterstützer in der vergangenen Woche in der Hauptstadt Kampala

Am Mittwoch hatte sich UN-Menschenrechtskommissar Said Raad al-Hussein besorgt angesichts des brutalen Vorgehens gegen ugandische Oppositionspolitiker geäußert. Er sei "besonders beunruhigt" wegen der Vorwürfe gegen Sicherheitskräfte, diese hätten einige von insgesamt 34 Inhaftierten "gefoltert und misshandelt".

"Menschen nicht wie Tiere behandeln"

Ugandas Oberster Richter Bart Katureebe erinnerte am Freitag an das in der Verfassung verankerte Folterverbot: "Sicherheitskräfte - wenn ihr Ugander festnehmt, behandelt sie wie Menschen, nicht wie Tiere", sagte er.

Der 2017 ins Parlament gewählte Bobi Wine ist dem langjährigen Staatschef Yoweri Museveni ein Dorn im Auge. Der Regierungsgegner hat viele Anhänger unter den jungen Ugandern. Der 74-jährige Museveni regiert das ostafrikanische Land bereits seit 1986. Es wird erwartet, dass er bei der Präsidentschaftswahl 2021 erneut antritt - durch eine Verfassungsänderung wurde kürzlich die Altersgrenze von 75 Jahren für Präsidentschaftskandidaten aufgehoben.

jj/hk (dpa, afp)

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