Tunesien - mehr als nur Badestrände | DW Reise | DW | 08.06.2018
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Reise

Tunesien - mehr als nur Badestrände

Nach den Terroranschlägen von Sousse und dem Bardo-Museum 2015 läuft Tunesiens Tourismus wieder an. Viel Security wird dafür aufgeboten.

Alles könnte so schön sein: Sonnengarantie, lange Sandstrände, dazu die größten Kulturschätze der römischen Antike in Afrika. Wäre da nicht die Furcht vor Terror seit den tödlichen Anschlägen islamistischer Terroristen von 2015.

Zuletzt hat der für das kleine nordafrikanische Land so lebenswichtige Tourismus ganz allmählich wieder Fahrt aufgenommen. Auch die Urlaubssaison 2018 läuft mit deutlich verbesserten Aussichten - um den Preis eines großen, fast allgegenwärtigen Polizeiaufgebots. An Straßenecken, vor Hotels und Bars, am Meer und vor Kulturdenkmälern. Bestens bewacht, aber noch mit ziemlich viel Platz an der Strandterrasse.

Tunesien Tourismus (picture-alliance/dpa/A. Gebert)

Am Strand von Sousse

"Die Europäer kommen langsam zurück", sagt Mouldi Hammami, Vorstand der Deutsch-Maghrebinischen Gesellschaft. "Im vergangenen Jahr gab es einen Zuwachs von 30 Prozent. Man profitiert ja immer auch von Krisen der anderen - oder die anderen von unserer Krise."

Die Urlauber baden wieder in den Pools von La Marsa in Tunis oder weiter südlich an den Stränden von Hammamet und Port El-Kantaoui. Orientalische Exotik ist mit Händen greifbar in den Souks von Tunis und Sousse, in Sidi Bou Said oder in der Heiligen Stadt Kairouan. Ebenso sehenswert sind die Spuren jener reichen Kultur der römischen Antike. 

Römisches Erbe als Touristenmagnet 

Die Römer machten das heutige Tunesien vor 2000 Jahren zu einer ihrer blühenden Provinzen. Südlich der Küstenstadt Sousse zieht im Binnenland das römische Thysdrus Besucher in seinen Bann. Weithin sichtbar: das Amphitheater, größtes römisches Bauwerk Afrikas für 35.000 Besucher, eines der fünf größten römischen Theater überhaupt. Auf dem Vorplatz dösen Kamele, warten auf Touristen, um mit ihnen eine Runde zu drehen.

Tunesien El Djem (picture-alliance/dpa/N. Seliverstova)

Das römische Amphitheater von Thysdrus

In der Antike gaben in der Arena andere Tiere den Takt vor. Die unterirdischen Verliese ("carceres"), wo die Gefangenen und Gladiatoren auf ihren Kampf mit Löwen, Panthern und anderen Bestien warteten, lassen den Besucher noch heute erschaudern.

Mosaike, die Puzzle der Antike

Die Mosaikkunst kam hier durch neue Techniken zu ihrer höchsten Blüte. Das Bardo-Museum in Tunis und das Archäologische Museum in Sousse beherbergen die wohl besten Sammlungen römischer Mosaiken weltweit: Tier- und Alltagsszenen, Götterdarstellungen und mythologische Szenen etwa aus der Odyssee. 

Tunesien Bardo Museum (picture-alliance/dpa/N. Seliverstova)

Bardo-Museum: Selfie vor römischen Mosaiken

Die Mosaiken wurden aus dem ganzen Land zusammengetragen. Zum Beispiel aus Dougga (röm. Thugga). Die besterhaltene Römerstadt in ganz Afrika zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe. Gut 100 Kilometer südlich von der Hauptstadt Tunis im Binnenland gelegen lassen der gute Zustand von Kapitol, Theater, öffentlichen Bädern und die abgeschiedene Lage noch viel vom damaligen Leben erahnen. Dazu trägt auch bei, dass sich die Zahl der Reisebusse auf dem Parkplatz derzeit in Grenzen hält.

fm/ks (KNA)