Trump sucht den Dialog mit Xi | Aktuell Welt | DW | 13.05.2019
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Handelskonflikt

Trump sucht den Dialog mit Xi

Mitten im eskalierenden Handelsstreit hat der US-Präsident ein Treffen mit seinem chinesischen Kollegen angekündigt. Ob er weitere Zölle auf chinesische Importwaren verhängen wird, lässt Donald Trump offen.

Donald Trump und Xi Jinping (picture-alliance/AP/Y. Shimbun)

Neues Treffen ist in Planung: Xi Jinping (l.) und Donald Trump (Archivfoto)

US-Präsident Donald Trump hat nach eigener Darstellung noch nicht entschieden, ob er die kompletten Einfuhren aus China mit Sonderzöllen belegen wird. "Eine Entscheidung ist nicht getroffen worden", erklärte Trump in Washington. Er peile ein Treffen mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping auf dem G20-Gipfel Ende kommenden Monats in Japan an, sagte Trump weiter. Er gehe davon aus, dass das Gespräch "sehr ertragreich" sein werde. "Wir handeln mit ihnen. Wir haben eine sehr gute Beziehung."

Die Verhandlungen mit China über eine Beilegung des Zollstreits waren zuletzt in eine Sackgasse geraten. "Wir waren zu 95 Prozent durch", so der US-Präsident. Dann sei seinen nach Peking gereisten Unterhändlern erklärt worden, dass es noch einmal um Dinge gehen sollte, die bereits komplett besprochen worden seien.

Steven Mnuchin und Robert Lighthizer in Peking (picture-alliance/AP/A. Wong)

Trumps Finanzminister Mnuchin und sein Handelsbeauftragter Lighthizer Anfang Mai in Peking

China übt Vergeltung

Trumps Regierung hatte am Freitag Sonderzölle auf chinesische Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar von bisher zehn auf 25 Prozent erhöht. Chinas Finanzministerium kündigte daraufhin am Montag an, ab Juni zusätzliche Abgaben auf US-Produkte im Volumen von 60 Milliarden Dollar zu erheben.

Mit Blick auf die Vergeltungsmaßnahmen der Volksrepublik teilte Trump mit, seine Regierung wolle einen finanziellen Ausgleich an US-Landwirte zahlen. Die Farmer leiden unter Absatzschwierigkeiten, wenn China nicht in bisherigem Maße Agrarprodukte aus den Vereinigten Staaten abnimmt.

Finanzmärkte in Unruhe

Von Seiten der US-Notenbank (Fed) hieß es, man verfüge über alle notwendigen Instrumente, um angemessen auf die Folgen des Zollstreits mit China zu reagieren. Dazu gehörten auch Zinssenkungen, sollte es zu einer wirtschaftlichen Abkühlung kommen, sagte Fed-Banker Eric Rosengren. Er gehe aber nicht unbedingt davon aus, dass ein solcher Schritt notwendig sei.

New York: Betrübter Börsenhändler (Getty Images/D. Angerer)

Der Dow ging am Montag bei 25.324 Punkten aus dem Handel - gut 600 Zähler niedriger als am Freitag

Die Furcht vor einem Handelskrieg hatte die Wall Street zum Wochenauftakt in die Tiefe gezogen. Der Dow-Jones-Index schloss 2,4 Prozent tiefer - der höchste Tagesverlust seit Anfang Januar. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor sogar 3,4 Prozent. An der Frankfurter Börse gab der Dax am Montag 1,5 Prozent nach. Nach diesen Verlusten am Vortag sackte am Dienstag in Japan der Nikkei-225-Index in den ersten 15 Handelsminuten um 1,8 Prozent ab. In Hongkong fiel der Hang Seng um rund zwei Prozent. Auch die Börsen in China lagen klar im Minus. Der Kospi-Leitindex in Seoul, der schon am Montag auf den niedrigsten Stand seit Januar gefallen war, ging auch erst nach unten, machte dann aber wieder Boden gut. 

Die Unsicherheiten durch die Handelsstreitigkeiten mit den USA dämpfen auch die Weltkonjunktur. Die Bundesregierung und führende Wirtschaftsforscher hatten ihre Prognose für das deutsche Wirtschaftswachstum in diesem Jahr bereits deutlich gesenkt. Das belastet die exportstarke deutsche Wirtschaft. Auch der Streit zwischen den USA und der EU ist weiter nicht beigelegt. 

wa/hk (afp, rtr, dpa)

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