Trump gründet seine Weltraumtruppe | Aktuell Amerika | DW | 20.02.2019
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Space Force

Trump gründet seine Weltraumtruppe

Jetzt will auch der amtierende US-Präsident ein Star-Wars-Programm: Wie sein historisches Vorbild Ronald Reagan verfolgt Donald Trump große militärische Pläne im Weltraum - und dürfte ebenso mit den Kosten ringen.

Es ist zunächst nur ein Dekret, das US-Präsident Donald Trump in einer seiner typischen Zeremonien im Oval Office unterzeichnete. Der Aufbau einer "U.S. Space Force" dürfte langwierig und kostspielig werden. Schließlich soll neben dem Heer, der Marine, dem Marinekorps, der Luftwaffe und der Küstenwache ein eigenständiger sechster Arm des US-Militärs entstehen.

Für US-Luftwaffenchef David Goldfein liegt die Space Force noch in weiter Ferne. Es gebe eine Menge "komplizierter Details", die darüber entscheiden würden, "wie wir bei der Einrichtung dieses Dienstes innerhalb der Luftwaffe vorankommen". Derzeit ist die Luftwaffe für den Weltraum zuständig, künftig soll sie die neuen Weltraumkrieger bei sich aufnehmen - so wie das Marine Corps Teil der Marine ist. Damit hofft man die Bürokratie eindämmen zu können.

Space Shuttle X-37B (picture-alliance/AP Photo/Vandenberg Air Force Base)

Das unbemannte Space Shuttle X-37B gehörte zu den streng geheimen Raumflugzeugen des US-Militärs

"Wir müssen vorbereitet sein"

Trump hatte die Sternenkrieger mehrfach eingefordert. "Wir müssen vorbereitet sein", sagte er bei der Unterzeichnung des Dekrets im Weißen Haus. Die Space Force sei eine "Frage der nationalen Sicherheit". Der US-Präsident will nicht weniger als den Weltraum dominieren - und sieht die USA dabei in Konkurrenz zu Russland und China. Tatsächlich spielt das All bei Verteidigung und moderner Kriegsführung schon heute eine große Rolle, nicht nur durch satellitengestützte Technologien.

Allerdings muss der Kongress der Space Force zustimmen. Und dort stoßen die Pläne des Präsidenten bei vielen Abgeordneten auf Skepsis. Auch aus dem Pentagon, dem US-Verteidigungsministerium, wird vor den Kosten und der Bürokratie gewarnt.

Reagans "Star Wars": Teuer und nutzlos

US-Verteidigungsminister Patrick Shanahan, ein ehemaliger Boeing-Manager, hatte 2018 als damals noch stellvertretender Minister die Raumstreitmacht maßgeblich vorangetrieben und mit einem Anfangsbudget von weniger als 5 Milliarden Dollar geplant. Sein Vorgänger und Ex-Chef Jim Mattis hatte bei diesem Thema deutlich weniger Enthusiasmus an den Tag gelegt - es war eine seiner vielen Differenzen mit Trump. 

Die neuen Pläne für eine militärische Aufrüstung des Weltraums erinnern sehr an das SDI-Programm von Ronald Reagan. Kaum hatte der damalige US-Präsident im März 1983 seine "Strategic Defense Initiative" angekündigt, sprach alle Welt nur noch von "Star Wars". Der angestrebte Schutzschild gegen Interkontinentalraketen verschlang allein in den ersten fünf Jahren 29 Milliarden Dollar. Die technischen Ziele wurden nie erreicht.

rb/cw (afp, ap, rtr)

Die Redaktion empfiehlt