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Tropenwirbel mit Todesfolge

12. Oktober 2014

Kann man sich an Katastrophen gewöhnen? Regelmäßig fegen Wirbelstürme über die Küsten Asiens. Diesmal hat es Indien und Japan verheerend getroffen.

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Riesenwellen vor der indischen Küste (Foto: AFP)
Bild: Getty Images/AFP/STR

Mit Windgeschwindigkeiten von fast 200 Stundenkilometern ist Wirbelsturm "Hudhud" auf die indische Ostküste getroffen und hat mindestens fünf Menschen in den Tod gerissen. Sie seien von umgestürzten Bäumen und einer einfallenden Mauer erschlagen worden, teilte die Katastrophenschutzbehörde des Bundesstaates Andhra Pradesh mit. Dort und im Bundesstaat Orissa hatten die Behörden weite Küstenabschnitte evakuiert und fast 400.000 Menschen in Sicherheit gebracht.

Wegen des Zyklons wurden einige Flüge sowie Zug- und Busverbindungen gestrichen. Die Behörden warnten vor Überschwemmungen und schwerem Wellengang auf See. Marine und Küstenwache wurden in den Alarmzustand versetzt.

Leitungen gekappt

Im Süden Japans hat der Taifun "Vongfong" auf seinem Weg über das Urlaubsparadies Okinawa 50.000 Haushalte vom Stromnetz abgetrennt. Mindestens 25 Menschen seien verletzt worden, berichten örtliche Medien. Mehr als 210.000 Menschen waren aufgerufen, ihre Häuser zu verlassen, da Meteorologen vor Sturmböen sowie vor Überschwemmungen und Erdrutschen infolge heftiger Regenfälle gewarnt hatten.

"Vongfong" steuert derweil auf Japans Hauptinsel Kyushu zu und wird für die nächsten Tage im Raum Tokio erwartet. Es war der neunzehnte Taifun der Saison und der zweite heftige Sturm binnen einer Woche.

Taifun "Vongfong" im Satellitenbild (Foto: AP)
Taifun "Vongfong" im SatellitenbildBild: picture-alliance/AP Photo

Verdunstendes Oberflächenwasser

Taifune sind tropische Wirbelstürme im westlichen Pazifik. Sie entstehen über dem Meer, wenn das Oberflächenwasser mindestens 26 Grad warm ist und stark verdunstet. Die infolge der Erddrehung entstehende sogenannte Corioliskraft bewirkt, dass sich die Luft um das Zentrum dreht. Über Land verliert der Sturm schnell an Kraft, da der Nachschub feuchtwarmer Luftmassen fehlt. Im westlichen Atlantik und im östlichen Pazifik spricht man von Hurrikanen. Im Indischen Ozean heißen die Wirbelstürme Zyklone.

Indien wird zwischen April und November regelmäßig von zerstörerischen Zyklonen getroffen, die sich im Golf von Bengalen bilden. Im Oktober zog mit "Phailin" der heftigste Sturm seit 14 Jahren über das Land. Mindestens 22 Menschen kamen ums Leben, hunderttausende mussten ihre Wohnungen verlassen. Zahlreiche Häuser, Straßen, Schienenwege und Stromtrassen wurden zerstört.

jj/cr (dpa, afp)