Triumph für die CDU, FDP fliegt aus dem Parlament | Aktuell Deutschland | DW | 22.09.2013
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Aktuell Deutschland

Triumph für die CDU, FDP fliegt aus dem Parlament

Die Union hat die Bundestagswahl 2013 klar gewonnen - aber ihr ist der Koalitionspartner FDP abhanden gekommen. Wenn Kanzlerin Merkel nicht alleine regieren kann, steht die Frage im Raum: Wer koaliert jetzt mit wem?

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Merkels Triumph

Nach der jüngsten Hochrechnung des Forschungsinstitutes Infratest dimap kommen CDU und CSU auf 41,5 Prozent; knapp acht Prozentpunkte mehr als 2009. Die SPD steigert sich ebenfalls und zwar um 2,7 Prozentpunke auf 25,7 Prozent. Die Grünen verlieren 2,3 Prozentpunkte und kommen nur noch auf 8,4 Prozent.

Die FDP sackt um knapp zehn Prozentpunkte ab und würde mit 4,6 Prozent den Wiedereinzug ins Parlament verfehlen. Die Linke verliert 3,3 Prozentpunkte und kommt auf 8,6 Prozent. Die Alternative für Deutschland (AfD) erreicht danach 4,7 Prozent und würde damit nicht in den Bundestag einziehen

Koalitionsarithmetik

CDU und CSU kommen danach im neuen Parlament auf 296 Sitze, die SPD auf 182, die Linke und die Grünen jeweils auf 60 Sitze. Damit hat die Union die absolute Mehrheit nur knapp verfehlt. Weil rund 11 Prozent der Wählerstimmen an Parteien gingen, die nicht in den Bundestag einziehen werden, reichen rund 42 Prozent für eine absolute Mehrheit aus.

Klarer Wahlgewinner ist die CDU/CSU. Mehr als 40 Prozent schafften die Unionsparteien zuletzt 1994 unter Kanzler Helmut Kohl. Die Sozialdemokraten verbuchten trotz ihrer Stimmengewinne das zweitschlechteste Ergebnis aller Zeiten.

Mit diesem Ergebnis gibt es mehrere Koalitionsmöglichkeiten: CDU/CSU könnten sowohl mit SPD als auch Grünen regieren. Eine "Große" Koalition zwischen Union und SPD hätte allerdings eine Mehrheit von knapp 500 der 598 Sitze. Denkbar wäre auch ein rot-rot-grünes Bündnis, das allerdings mehrfach von SPD und Grünen abgelehnt worden war.

Merkel feiert - ansonsten dominiert die Enttäuschung

Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte sich noch nicht zu möglichen Regierungsbündnissen. "Wir warten jetzt erst einmal das Wahlergebnis ab", sagte die CDU-Vorsitzende. Es sei noch zu früh, um genau zu sagen, wie die Union vorgehen werde. "Feiern dürfen wir heute schon", sagte Merkel vor jubelnden Anhängern in Berlin. "Das ist ein super Ergebnis."

Bei der FDP herrschte nach Bekanntgabe der ersten Prognose nacktes Entsetzen. FDP-Chef Philipp Rösler und Spitzenkandidat Rainer Brüderle übernahmen die politische Verantwortung für das Debakel. "Das ist das schlechteste Ergebnis, das wir jemals mit der FDP erreicht haben", sagte Brüderle.

SPD-Chef Sigmar Gabriel zeigte sich ebenfalls enttäuscht vom Abschneiden seiner Partei: "Ja, wir haben zugelegt, aber wir haben mehr erwartet", sagte er. Grünen-Chefin Claudia Roth gab unumwunden zu: "Ich kann nur eines sagen: Dass ich bitter enttäuscht bin von diesem Ergebnis. Das ist eine heftige Niederlage." Der spitzenkandidat der Linken, Gregor Gysi zeigte sich zufrieden, dass seine Partei drittstärkste Kraft wurde.

Drei Millionen Erstwähler

Knapp 62 Millionen Wahlberechtigte entschieden über die Zusammensetzung des 18. Bundestags, darunter drei Millionen Erstwähler. Die Wahlbeteiligung lag mit 73 Prozent etwas höher als 2009.

Für den Bundestag kandidierten 4451 Bewerber in 299 Wahlkreisen. 30 Parteien traten dabei mit Landeslisten an. Jeder Wähler konnte zweimal sein Kreuz machen: mit der Erststimme für einen Direktkandidaten und mit der Zweitstimme für eine Parteiliste mit mehreren Kandidaten. Die Zweitstimme entscheidet darüber, wie stark eine Partei im Bundestag vertreten ist.

mm/rb (dpa, afp, rtr, Infratest dimap)

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