Traumhafte Nächte - 5 Fakten zum Schlafen | Wissen & Umwelt | DW | 21.06.2018
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Gesundheit

Traumhafte Nächte - 5 Fakten zum Schlafen

Die Sommersonnenwende ist vorbei, ab jetzt werden die Tage wieder kürzer und die Nächte länger. Kein Grund, traurig zu sein: Schlafen ist so wichtig. Aber jetzt nicht einschlafen, es wird spannend!

Es soll ja Menschen geben, die nur vier oder fünf Stunden Schlaf pro Nacht brauchen. Danach sind sie topfit! Oder sie tun zumindest so. Gesundheitlich gesehen ist das zu wenig. Unser Körper braucht längere Ruhephasen zur Regeneration.

Warum müssen wir schlafen…

Menschen verschlafen im Schnitt ein Drittel ihres Lebens. Verschwendete Zeit? Mitnichten! Wir kriegen es zwar nicht mit, aber in unserem Körper passiert eine ganze Menge, während wir schlummern. Tiefschlaf- und Traumphasen wechseln sich etwa im 90-Minuten-Rhythmus ab. Während des Tiefschlafs arbeitet unser Körper fleißig weiter, wie ein Computer, der im Hintergrund Programme updated. Er schüttet Wachstumshormone zur Regeneration aus und aktiviert das Immunsystem, so dass Abwehrzellen kurzen Prozess mit Viren und Bakterien machen können. Deswegen soll man besonders viel schlafen, wenn man krank ist.

In der Traumphase verarbeitet unser Gehirn die Erlebnisse des Tages und leert so quasi Kurzzeitspeicher, die dann am nächsten Tag wieder genutzt werden können. Wir träumen aber auch von völlig bizarren Dingen, die nichts mit unserem Arbeitsalltag oder Privatleben zu tun haben. Damit werden vermutlich Bereiche des Gehirns trainiert, die unterfordert sind, wenn wir nicht täglich auf Einhörnern reiten oder als Privatdetektiv auf Verfolgungsjagd gehen. Ohne Schlaf fehlt es also sowohl unserem Körper als auch unserem Gehirn an dringend benötigter Arbeitszeit.

… und wie viel Schlaf brauchen wir?

Gestörter Schlaf (Colourbox)

Erwachsene brauchen bis zu zehn Stunden Schlaf pro Nacht. Wer die nicht bekommt, merkt das schnell.

Wie lange man schlafen sollte, hängt vom Alter ab. Die US-amerikanische National Sleep Foundation empfiehlt 14 bis 17 Stunden Schlaf pro Tag für ein neugeborenes Baby (natürlich nicht am Stück - davon können Eltern kleiner Schreihälse ein Lied singen). Grundschulkinder brauchen neun bis elf Stunden Schlaf. Erwachsene sollten sieben bis neun Stunden pro Nacht schlafen. Weniger als sechs Stunden geht gar nicht, einige wenige Erwachsene brauchen bis zu zehn Stunden pro Nacht.

Dabei gilt: Nicht nur zu wenig Schlaf ist schlecht. Wer erst nach mehr als zehn Stunden wirklich fit ist, leidet möglicherweise an unruhigem Schlaf, sodass der Körper sich in acht Stunden nicht genügend regenerieren kann und deswegen nach mehr Schlaf verlangt. Forscher der britischen Cambridge University haben zudem herausgefunden, dass Menschen, die mehr als acht Stunden pro Nacht schlafen, ein höheres Risiko haben, einen Schlaganfall zu erleiden.

Was passiert, wenn ein Mensch gar nicht mehr schläft?

Unter sorgfältiger wissenschaftlicher Beobachtung sind Freiwillige schon mehrmals für bis zu zehn Tage wach geblieben. Aber Schlafentzug ist nicht ohne Grund eine Foltermethode. Je länger man ohne Schlaf bleibt, desto mehr Probleme stellen sich ein: absinkende Körpertemperatur, Konzentration- und Wahrnehmungsschwächen, Teilnahmslosigkeit und teilweiser oder völliger Verlust kognitiver und motorischer Kontrolle. Bei Anbruch der zweiten Nacht ohne Schlaf sinken Reaktionszeit und Körperbeherrschung auf ein Niveau als habe man 0,85 Promille Alkohol im Blut.

Über die Frage, ob langfristiger Schlafmangel tötet, sind sich Forscher nicht ganz einig. Es kommt auf die Auslegung der Todesursache an. Bei der seltenen letalen familiären Insomnie beispielsweise kommt es nach rund sechs bis 30 Monaten praktisch ohne Schlaf zum Tod des Patienten. Die direkte Todesursache ist in diesen Fällen aber multiples Organversagen.

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Chronischer Schlafmangel macht krank!

 Was stört unseren Schlaf?

Viele wissen es mittlerweile, aber längst nicht alle halten sich daran: Möglichst lange vor dem Zubettgehen muss das Smartphone aus. Am besten verhängen Sie sogar ein Verbot im Schlafzimmer! Das blaue Licht des Displays stört erheblich beim Einschlafen. Unsere Augen signalisieren dem Gehirn, dass es wach bleiben soll. Deswegen wird weniger Melatonin produziert - genau das Hormon, das unseren Tag-Nacht Rhythmus steuert und so maßgeblich zu ruhigem Schlaf beiträgt. Außerdem sind wir geistig aktiv, wenn wir Emails schreiben, oder unsere Social Media-Profile updaten. Und wer nicht entspannt ist, schläft schlechter ein.

Weitere Schlafstörer sind Alkohol und Koffein, deswegen gilt: Sechs Stunden vorm Zubettgehen keinen Kaffee mehr! Auch Geräusche und zu viel Licht im Schlafzimmer stehen einem wirklich erholsamen Schlaf entgegen.

Wie schläft man besonders gut?

Nun gut - keine Handynutzung im Schlafzimmer, das haben wir bereits geklärt. Außerdem sollte - sofern es der Platz in der eigenen Wohnung zulässt - der Raum, in dem das Bett steht, nie zweckentfremdet werden. Arbeiten also lieber im Büro und fernsehen im Wohnzimmer. Wer immer zur selben Zeit die Nachtruhe antritt - ja, auch am Wochenende - hat bessere Chancen, schnell einzuschlafen. Außerdem sollten Kissen und Matratze bequem sein und den Kopf und Körper optimal stützen.

Wenn es dann noch ruhig, dunkel und zwischen 15 und 18 Grad Celsius warm ist, sind beste Bedingungen für einen tiefen, ruhigen Schlaf geschaffen. Wir wünschen eine gute Nacht!

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