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Tour-Sieger Froome, Etappensieger Greipel

Calle Kops dpa
24. Juli 2016

Chris Froome gewinnt zum dritten Mal die Tour de France und das mehr als verdient. Andre Greipel siegt auf der Final-Etappe, doch insgesamt verläuft die Frankreichrundfahrt für die deutschen Radprofis nicht wie erhofft.

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Die Ehrung in Paris mit Tour-Sieger Christopher Froome (2.v.l.), dem Zweiten Romain Bardet (l.) und dem Dritten Nairo Quintana (r.) (Foto: picture-alliance/empics/J. Walton/PA Wire)
Ehrung in Paris: Tour-Sieger Chris Froome (2.v.l.), der Zweite Romain Bardet (l.) und der Dritte Nairo QuintanaBild: picture-alliance/empics/J. Walton/PA Wire

Chris Froome genoss auf seiner Tour d'Honneur zum dritten Triumph Bier statt Champagner mit seinen Teamkollegen, Andre Greipel riss im Ziel jubelnd sein Rad in die Höhe. Der 34-Jährige sorgte für die Fortsetzung der deutschen Serie auf den Champs-Elysees und die perfekte Einstimmung auf den Tour-Start 2017 in Düsseldorf.

Greipel gewann am Sonntag die 21. und letzte Etappe der 103. Tour de France - auch im vergangenen Jahr hatte er das Finale für sich entschieden. "Ich kann es nicht beschreiben", sagte Greipel, er sei super stolz: "Dafür bin ich drei Wochen gefahren. Es ist wundervoll." Seit 2013 siegte auf der Prachtstraße der französischen Hauptstadt damit immer ein Deutscher: 2013 und 2014 war es Marcel Kittel. An der schwächsten deutschen Sieg-Bilanz seit 2011 mit nur zwei Etappenerfolgen vermochte allerdings Greipels erneuter Erfolg nichts mehr zu ändern.

Kampf durch die "Achterbahn"

Christopher Froome fährt mit seinem Team Sky über die Champs-Elysees in Paris (Foto: Reuters/J.-P. Pelissier)
Ein Zeichen des Dankes: Chris Froome mit seinem Team Sky auf der Champs-Elysees in ParisBild: Reuters/J.-P. Pelissier

Aus dem Kampf um den prestigeträchtigen Sieg hielt sich Froome heraus. Er hatte sein eindrucksvolles Werk schon vor den letzten 113 Kilometern erledigt und seinen dritten Gesamtsieg nach 2013 und 2015 perfekt gemacht. Froome meisterte dabei auch kritische Situationen wie den Unfall auf dem Mont Ventoux mit seinem verzweifelten Lauf berghoch und seinen Sturz im Regen bei einer Abfahrt. "Es fühlt sich ein bisschen an wie eine Achterbahnfahrt", sagte Froome, der noch immer gezeichnet war und am rechten Ellbogen sowie Knie Pflaster trug. "Eine dritte Tour de France zu gewinnen, ist einfach unglaublich."

174 der gestarteten 198 Fahrer erreichten das Ziel in Paris. Bester Deutscher im Klassement wurde der ehemalige deutsche Meister Emanuel Buchmann auf Rang 21, in der Jungprofi-Wertung wurde er Dritter. Für den einzigen deutschen Etappensieg bis zu Greipels Kraftakt hatte Kittel auf der vierten Etappe gesorgt. Die Hoffungen des dreimaligen Zeitfahrweltmeisters und Gelbträger des vergangenen Jahres, Tony Martin, auf einen Erfolg beim Kampf gegen die Uhr hatten sich zerschlagen. Zu allem Überfluss konnte er die Tour nicht mal zuende bringen. Wegen Schmerzen im linken Knie stieg er auf der letzten Etappe aus.

Andre Greipel jubelt bei der Zieleinfahrt über seinen Sieg (Foto: Getty Images/AFP/L. Bonaventure)
Erleichterter Jubel: Andre Greipel bei der ZieleinfahrtBild: Getty Images/AFP/L. Bonaventure

19 Etappensiege hatten Martin, Kittel, Greipel und Co. in den Jahren 2013 (6), 2014 (7) und 2015 (6) geschafft. Diesmal waren es nur zwei - so wenige wie zuletzt vor fünf Jahren. Im kommenden Jahr beim Heimstart dürfte die deutsche Fraktion einiges gut machen wollen. Froome wird dann seinen vierten Tour-Triumph in Angriff nehmen. Mit dem dritten schloss er bereits zu einem erlesenen Kreis von weiteren drei Fahrern auf, denen das gelang. Fünf Radprofis schafften es sogar fünfmal. Die sieben Siege von Lance Armstrong wurden dem US-Amerikaner wegen Dopings aberkannt.

Dopingfreie Tour

Schlagzeilen über die Einnahme unerlaubter Substanzen lieferte diese Tour bisher keine. Fälle von Motordoping konnten auch nicht nachgewiesen werden. Schon gar nicht bei Froome. Er hatte das legendäre Maillot Jaune nach seiner verwegenen Abfahrt in den Pyrenäen und seinem Sieg bei der achten Etappe übernommen. Er gab es nicht mehr her. Froome distanzierte mit seiner gnadenlos überlegenen Sky-Mannschaft das komplette Feld. Auch zum symbolischen Dank übernahm Froome am Sonntag den Dienst der Wasserträger. Allerdings stopfte er sein Trikot mit Bierflaschen noch in der neutralisierten Zone zum Anstoßen voll.

Nairo Quintana aus Kolumbien wurde Dritter mit 3:08 Minuten mehr als Froome vor dem Träger des Weißen Trikots für den besten Jungprofi, Froome-Landsmann Adam Yates. Zum besten Sprinter wurde Peter Sagan gekürt. Das Trikot mit den Roten Punkten für den besten Kletterer durfte der Pole Rafal Majka behalten.

ck/og (dpa)