Tour de France: Showdown in den Pyrenäen | Sport | DW | 25.07.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Tour de France

Tour de France: Showdown in den Pyrenäen

Die kürzestes Tagesetappe der Tour-de-France-Geschichte: Nur 65 Kilometer lang ist die 17. Etappe. Drei harte Bergstrecken und ein neuer Startmodus machen das Rennen zur Wundertüte - mit mehr Spannung an der Spitze?

Tour de France - Chris Froome, Romain Bardet (Reuters/S. Mahe)

Einen Kampf Mann gegen Mann erhofft sich die veranstaltende ASO

"Dies ist eine Etappe für Kämpfer". So fasst es Tour-Direktor Christian Prudhomme zusammen, der nie um große, epische Worte verlegen ist. In der Tat hat sich die veranstaltende Tour-Organisation ASO bei der 17. Etappe der Tour de France etwas ganz besonderes einfallen lassen: Gerade einmal 65 Kilometer lang, mehr als die Hälfte davon bergauf und das Ziel auf einem der schwersten Berge dieser Tour de France. Die kürzestes Tagesetappe der Tour-Geschichte. Ein wahres Bergspektakel - und es ist die Schlüsseletappe dieser Tour. 

Von Bagnères-de-Luchon geht es es ohne Einrollphase direkt in den Anstieg zur 1645 Meter hohen Montée de Peyragudes (14,9 Kilometer mit durchschnittlich 6,7 Prozent Steigung). Warmfahren ist also entscheidend: "Wir werden den Fahrern eine Aufwärmzone am Fuße des Col de Peyresourde einrichten und dann werden sie direkt in den Berg hinein starten", erklärt Prudhomme. Nach einer Abfahrt folgt der Col de Val Louron-Azet (7,4 Kilometer, 8,3 Prozent Steigung), ehe es erneut elf Kilometer bergab geht. Schließlich folgt der finale Anstieg: Von 822 Metern in Vignec geht die neu asphaltierte Straße 17,5 Kilometer hinauf auf den 2215 Meter hoch gelegenen Col de Portet. Die Bergankunft ist zugleich das Dach der Tour, der höchste Punkt der Rundfahrt.

"Es wird ein spektakulärer Tag"

Die Kürze der Etappe verspricht nach den Erfahrungen mit ähnlich kurzen Teilstücken bei den Grand Tours (Giro, Vuelta, Tour) Spannung. Das Visier fällt bereits am Start, die Fahrer trauen sich mehr, man sieht mehr Attacken. Aber neben der Kürze der Etappe bietet der Tag in den Pyrenäen noch ein anderes Spektakel: Denn die Top-Fahrer müssen dieses Mal weitgehend ohne ihre Helfer auskommen. Denn anders als beim üblichen Massenstart wird in der Reihenfolge der Platzierung in der Gesamtwertung gestartet. Das bedeutet Startblöcke à 20 Fahrer. Klassement-Fahrer, die ihre Helfer in der Gesamtwertung weit hinten haben, sind also isoliert. 

Tour de France 2014 17. Etappe 23.7.2014 Pyrenäen (Reuters)

Die Pyrenäen und ihre schmalen Täler: Auf das Runter folgt sofort wieder das Rauf.

"Ich freue mich sehr darauf", sagte der Niederländer Tom Dumoulin (Team Sunweb), der Attacken vom Start weg erwartet. Und der Gesamtführende Geraint Thomas (Team Sky) prophezeit: "Der letzte Anstieg ist der härteste der gesamten Tour. Wir stellen uns auf eine sehr harte Etappe ein. Es geht ständig berghoch, es wird ein spektakulärer Tag."

Zeitlimit: Drückt die ASO ein Auge zu?

Team Sky wäre nicht Team Sky, wenn sie sich nicht gewissenhaft auf diese Etappe vorbereitet hätten. Natürlich liegen mit Thomas und Froome gleich beide Kapitäne auf den Plätzen eins und zwei. Aber Edelhelfer Egan Bernal aus Kolumbien rangiert außerhalb der Top 20. Das bisher blasse Movistar-Team aus Spanien hat dagegen mit Mikel Landa (6.), Nairo Quintana (8.) und Alejandro Valverde (11.) gleich drei Fahrer ganz vorne mit dabei. Es könnt sich also ein spannendes Rennen der Favoriten entwickeln, in dem dieses Mal Team Sky nicht von der Spitze der Favoritengruppe alles kontrollieren kann. 

Ums nackte Überleben geht es dagegen für die Sprinter: Sie werden Mühe haben, das Ziel in der Karenzzeit (14 Prozent Aufschlag auf die Siegerzeit sollen es sein) zu erreichen. Schon im ersten Anstieg müssen sie sich organisieren und ihren Zeitverlust kalkulieren. Denn viel Rückstand ist auf einer solchen Etappe nicht erlaubt. Es könnte allerdings gut sein, dass die Tour-Verantwortlichen an diesem Tag gar nicht anders können, als Ausnahmen zu machen, wenn nicht große Teile des Feldes ausgeschlossen werden sollen.