Tote und Verletzte bei zwei Terroranschlägen in Mogadischu | Aktuell Afrika | DW | 11.07.2021
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Ostafrika

Tote und Verletzte bei zwei Terroranschlägen in Mogadischu

Seit der Verschiebung von Neuwahlen im Februar steckt Somalia in einer schweren Krise. Die Terrormiliz Al-Shabaab nutzt die schwierige politische Lage, um mit Anschlägen ihren Einfluss auszuweiten.

Somalia Bombenanschlag in Mogadishu

Sicherheitskräfte untersuchen den Ort des ersten Anschlags in Mogadischu

Die islamistische Terrormiliz Al-Shabaab hat in Somalia binnen weniger Stunden gleich zwei Anschläge verübt: ein Selbstmordattentat auf den Polizeichef der somalischen Hauptstadt Mogadischu sowie einen Granatenangriff in der Nähe des Präsidentenpalasts.

In der Umgebung des Präsidentenpalastes in Mogadischu wurden sechs Mörsergeschosse abgefeuert. Dabei erlitten mindestens fünf Menschen Verletzungen. Es könne auch Todesopfer geben, sagte der Polizist Mohamed Dahir der Deutschen Presse-Agentur. Das genaue Ziel des Anschlags ist zunächst unklar.

Kurz vorher waren bei einem Selbstmordanschlag in der Nähe des Banadir-Krankenhauses in Mogadischu mindestens 10 Menschen getötet worden. Dabei wurden nach Angaben der Polizei Dutzende verletzt und mehrere Häuser zerstört. Der Attentäter soll ein mit Sprengstoff beladenes Auto in den Konvoi des Polizeichefs von Mogadischu, Farhan Mohamud Qarole, gefahren haben. Dieser überlebte das Attentat. Die islamistische Miliz Al-Shabaab bekannte sich über den Radiosender Andalus zu beiden Anschlägen.

Somalia Bombenanschlag in Mogadishu

Medizinische Hilfskräfte bergen ein Opfer des Terroranschlag in Mogadischu

Der Angriff auf den Polizeichef ist bereits der zweite schwere Anschlag innerhalb weniger Tage in Mogadischu. Anfang Juli kamen bei einer Explosion mindestens zehn Menschen ums Leben, Mitte Juni waren bei einem Anschlag auf eine Militärbasis ebenfalls mindestens zehn Menschen getötet worden.

Immer wieder Anschläge

Al-Shabaab lehnt die von der internationalen Gemeinschaft unterstützte Regierung ab und greift immer wieder Einrichtungen des Staats, aber auch Zivilisten an. Trotz eines internationalen Militäreinsatzes und Bemühungen, Al-Shabaab zurückzudrängen, kontrolliert die Terrorgruppe weite Teile des Landes am Horn von Afrika.

Das Land befindet sich zurzeit in einer schweren politischen Krise. Die Amtszeit des amtierenden Präsidenten Mohamed Abdullahi Farmajo lief im Februar ab. Die geplanten Wahlen wurden jedoch verschoben und die Amtszeit Farmajos um zwei Jahre verlängert. Die Opposition weigert sich, dies anzuerkennen. So kam es in den vergangenen Wochen und Monaten wiederholt zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen politischen Lagern. Die Miliz Al-Shabaab nutzt diese Instabilität offenbar aus, um ihren Einfluss auszubauen. Nach Angaben der Vereinten Nationen haben seit dem 25. April bis zu 100.000 Menschen aus Angst vor Gewalt die Hauptstadt verlassen.

kle/sti (dpa, epd)

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