Tote bei Raketenangriff auf Stützpunkt im Irak | Aktuell Nahost | DW | 12.03.2020
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Nahost

Tote bei Raketenangriff auf Stützpunkt im Irak

Man werde das nicht tolerieren, erklärte US-Außenminister Mike Pompeo: Wieder einmal gab es Tote bei einer Attacke auf eine Militärbasis im Irak. Wie wollen die USA langfristig auf diese Form der Gewalt reagieren?

Symbolbild Irak Raketenangriff auf US-Stützpunkt (AFP/A. Al-Saadi)

Der US-Stützpunkt in Tadschi (Archivbild)

Bei den Todesopfern des Angriffs auf den US-Stützpunkt Tadschi nahe der Hauptstadt Bagdad handele es sich um einen US-Soldaten, einen britischen Soldaten sowie einen US-Bürger, der für eine private Partnerfirma der US-Armee gearbeitet habe, teilte ein Regierungsmitarbeiter mit. Die Basis wurde nach Angaben der US-geführten internationalen Militärkoalition von 18 Raketen getroffen. Es habe auch zwölf Verletzte gegeben. Zu der Tat bekannte sich bislang niemand. Die USA haben in der Vergangenheit allerdings immer wieder pro-iranische Milizen für solche Aktionen verantwortlich gemacht.

Wenige Stunden später ...

Das irakische Präsidialamt verurteilte die Tat als Angriff auf die Sicherheit Iraks. Wenige Stunden später attackierten nach Angaben von Aktivisten drei Kampfflugzeuge, die mutmaßlich zur Militärkoalition gehören, Stellungen der irakischen Hasched-al-Schaabi-Milizen im syrischen Grenzgebiet zum Irak. Dabei seien mindestens 18 irakische Kämpfer getötet worden, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte von Großbritannien aus mit. Teile der Hasched-Milizen sind mit dem Iran verbündet.

Die Lage in der Region hatte sich zum Jahreswechsel deutlich verschärft. Als Vergeltung für den Raketenbeschuss mit einem toten US-Bürger flogen die USA damals Luftangriffe auf pro-iranische Milizen; mindestens 25 Kämpfer kamen ums Leben. Anfang Januar tötete das US-Militär dann bei einem gezielten US-Drohnenangriff nahe Bagdad den einflussreichen iranischen General Kassem Soleimani sowie den irakischen Milizen-Anführer Abu Mehdi al-Muhandis. Diese gezielte Tötung belastet seither das Verhältnis zwischen den USA und dem Irak. Das Parlament in Bagdad forderte kurz nach der Drohnenattacke den Abzug aller US-Truppen sowie anderer ausländischer Streitkräfte aus dem Land. Das Votum wird jedoch bis heute von der irakischen Regierung nicht umgesetzt. Etwa 5200 US-Soldaten sind derzeit in dem Land stationiert.

ml/rb (dpa, rtr, afp)

 

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