Tote bei Angriff auf Militärbasis in Kabul | Aktuell Nahost | DW | 29.01.2018
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Aktuell Nahost

Tote bei Angriff auf Militärbasis in Kabul

Bewaffnete haben am frühen Morgen einen Angriff auf eine Militärakademie Kabul gestartet. Mehrere Soldaten und Angreifer wurden dabei getötet worden. In der afghanischen Hauptstadt bleibt die Sicherheitslage angespannt.

Afghanistan Angriff auf Militärbasis in Kabul (Reuters/M. Ismail)

Die Straßen rund um die Marshall-Fahim-Akademie sind abgesperrt

Der Angriff auf die Marschall-Fahim-Akademie dauere noch an, sagte ein Sicherheitsvertreter. Fünf schwer bewaffnete Männer hatten eine Militäreinheit nahe der großen Militärakademie in der Hauptstadt attackiert. Mindestens 15 Menschen starben, darunter vier der Angreifer.

Zwei hatten sich in die Luft gesprengt, zwei weitere seien erschossen worden, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Daulat Wasiri. Ein Attentäter sei festgenommen worden. Außerdem seien elf afghanische Soldaten ums Leben gekommen und 16 verletzt worden.

Wasiri widersprach zahlreichen Äußerungen - unter anderem aus dem Präsidentenpalast, von einem in der Gegend lebenden Offizier und von Medien -, dass die große Marschall-Fahim-Militärakademie selbst angegriffen worden sei. Ziel des Angriffs sei die nahe Basis der 111. Brigade gewesen - eine Militäreinheit neben der Akademie. Die Akademie liegt am Stadtrand von Kabul, sie bildet ranghohe Offiziere aus.

Verwirrung über genaues Angriffsziel

Es wurde nicht unmittelbar klar, ob es sich um eine semantische Unterscheidung handelt, um einen weiteres Versagen von Sicherheitskräften beim Schutz schwer bewachter Einrichtungen zu verschleiern. Satellitenbilder zeigen die beiden Militärinstallationen sehr nahe beieinander. Sie könnten auf demselben Gelände liegen. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" reklamierte den Überfall für sich, wie die Site Intel Group unter Berufung auf das IS-Sprachrohr Amak meldete.

Es war der vierte schwere Vorfall in Kabul im Januar. Rund 150 Menschen kamen bei diesen Anschlägen und Angriffen ums Leben. Erst am Samstag hatte sich im Stadtzentrum ein Selbstmordattentäter der Taliban in die Luft gesprengt und mehr als 100 Menschen getötet. Eine Woche zuvor hatten Talibankämpfer in einem 17-stündigen Angriff auf das große Hotel Intercontinental mindestens 20 Menschen getötet, darunter eine deutsche Entwicklungshelferin. Anfang Januar waren bei einem Selbstmordattentat des IS auf einen Sicherheitsposten mindestens 20 Menschen ums Leben gekommen. 2017 waren bei mehr als 20 schweren Anschlägen mehr als 500 Menschen getötet worden. 

myk/as (dpa, afp)