Theo Zwanziger legt nach | Fußball | DW | 27.10.2015
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Fußball

Theo Zwanziger legt nach

Der frühere DFB-Chef Theo Zwanziger präsentiert ein Dokument, das belegen soll, dass vor der Vergabe der WM 2006 bestochen wurde. Es bleiben jedoch mehr Fragen als Antworten.

Der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger hat eine Liste von Überweisungen des früheren FIFA-Rechtevermarkers ISL vorgelegt, die seiner Ansicht nach belegt, dass der neuseeländische FIFA-Funktionär Charles Dempsey am Tag vor der Abstimmung über den WM-Gastgeber 2006 bestochen wurde. Die "Bild"-Zeitung veröffentlichte das Schriftstück aus dem Gerichtsverfahren gegen ISL, auf das Zwanziger neben einem Geldtransfer am 5. Juli 2000 über 250.000 US-Dollar an einen anonymisierten Empfänger "E 16" den Vermerk "Dempsey!" geschrieben hat.

War Dempsey "E 16"?

Der Neuseeländer hatte am 6. Juli 2000 vor der entscheidenden Abstimmung über den WM-Ausrichter 2006 den Saal verlassen, Deutschland setzte sich mit 12:11 Stimmen gegen Südafrika durch. Über einen Verdacht, dass es sich bei dem ISL-Zahlungsempfänger "E16" um Dempsey handelt, hatten Medien bereits in der Vergangenheit berichtet. In den entscheidenden Wahl-Minuten habe er "nicht tolerierbaren Druck" verspürt, verriet Dempsey später. "Einflussreiche europäische Interessen-Gruppen" hätten ihm klargemacht, dass ein Votum für den eigentlichen Favoriten Südafrika Konsequenzen haben würde, ließ Dempsey wissen. Der Neuseeländer starb 2008.

Zwanziger hatte im Zusammenhang mit der Affäre um eine ominöse Zahlung von 6,7 Millionen Euro des deutschen WM-Organisationskomitees an die FIFA vor der WM 2006 von einem "Schmiergeldteppich" gesprochen. Die Antwort auf die Frage, in welchem Zusammenhang die vermeintliche ISL-Zahlung an Dempsey mit der fraglichen Überweisung des deutschen Ok stand, blieb Zwanziger nach Angaben der "Bild"-Zeitung schuldig. Unklar bleibt auch, warum die FIFA-Tochter ISL Deutschland mit Schmiergeld zur WM verholfen haben soll, wo doch bekannt war, dass FIFA-Chef Joseph Blatter Südafrika favorisierte.

Beckenbauer räumt "Fehler" ein

Nach DFB-Präsident Wolfgang Niersbach hatte auch der frühere OK-Chef Franz Beckenbauer erklärt, es seien "keine Stimmen gekauft" worden, um den Zuschlag für die WM 2006 zu erhalten. Die Zahlung von 6,7 Millionen Euro an die FIFA-Finanzkommission, um einen Finanzierungszuschuss des Weltverbands zu erhalten, bezeichnete Beckenbauer als "Fehler", für den er als Präsident des damaligen Organisationskomitees die Verantwortung trage.

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