Tesla erhöht Preise in China massiv | Wirtschaft | DW | 10.07.2018
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Folgen des Handelskonflikts

Tesla erhöht Preise in China massiv

Der Handelsstreit zwischen den USA und China zeigt Wirkung: Die Strafzölle führen zu höheren Kosten, die Elektro-Autobauer Tesla an die Kunden in China weitergibt. Gleichzeitig will Tesla aber ein Werk in Shanghai bauen.

Tesla hat als erster Autobauer auf den sich verschärfenden Handelsstreit zwischen den USA und der Volksrepublik reagiert und seine Preise in China drastisch erhöht. Die Modelle X und S verteuern sich um rund 20 Prozent auf dem für den kalifornischen Elektroauto-Pionier wichtigen chinesischen Markt. Das teilte das Unternehmen auf seiner Internetseite mit.

Der Preis für einen Geländewagen Model X steigt etwa um fast 20.000 Euro auf umgerechnet rund 119.000 Euro. Damit wurden im Mai eingeleitete Preissenkungen wieder zunichte gemacht.

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"Preiserhöhungen werden auf die Umsätze drücken, aber Tesla muss angesichts der Verluste die Preise anheben, weil sie es sich nicht leisten können, die höheren Kosten durch die Zölle ganz aufzufangen", sagte Analyst Efraim Levy von CFRA. Experten rechnen damit, dass weitere Autokonzerne die Preise in China für aus den USA gelieferte Wagen anheben oder größere Teile der Produktion dorthin verlagern werden.

China ist für Tesla sehr wichtig

"Das ist erst das erste Kapitel dieser Geschichte", sagte etwa Experte James Chao von der Beratung IHS Markit. Für Tesla ist China ein wichtiger Markt, weil die Volksrepublik die Elekto-Mobilität wegen der starken Luftverschmutzung deutlich ausbauen will. Das China-Geschäft machte vergangenes Jahr etwa 17 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Tesla lieferte mehr als 15.000 Fahrzeuge nach China.

Teslas Plan, eine Fabrik in Shanghaizu errichten, ist laut Medienberichten derweil beschlossene Sache. Der US-Konzern wolle dort bis zu 500 000 Fahrzeuge pro Jahr bauen, hieß es am Dienstag unter Berufung auf informierte Personen. Nach Informationen der "South China Morning Post"wurde eine Vereinbarung mit den lokalen Behörden bereits unterzeichnet, dem Finanzdienst Bloomberg zufolge stand der Schritt kurz bevor.

Tesla will Nägel mit Köpfen machen

Über Tesla-Produktionslinien in China wurde bereits seit langem spekuliert. Zunächst ging es um ein gemeinsame Fabrik mit einem Unternehmen aus China. Doch im April kündigte die chinesische Regierung an, dass die Eigentumsbeschränkungen für ausländische Hersteller bei Elektrofahrzeugen aufgehoben werden.

Damit wird der Weg für Tesla frei, eine Fabrik in Eigenregie aufzubauen. Tesla-Chef Elon Musk sei am Dienstag in Shanghai für Gespräche mit den Behörden gewesen, berichteten die Medien. 


BMW könnte nachziehen

Auch BMW hatte jüngst angekündigt, Preiserhöhungen für aus den USA nach China ausgeführte Wagen zu prüfen. BMW produziert im Werk Spartanburg in South Carolina die Geländewagen der X-Reihe. Im vergangenen Jahr gingen von den in den USA gefertigten Fahrzeugen gut 100.000 nach China. Besonders beliebt ist bei chinesischen Kunden der X3, weshalb der Geländewagen jetzt auch vor Ort gefertigt wird.

Konkurrent Daimler hatte im Juni wegen des Handelsstreits eine Gewinnwarnung herausgegeben. Als Begründung führte der Stuttgarter Oberklasse-Autobauer an, dass die höheren chinesischen Zölle für in den USA hergestellte Autos nicht vollständig an die Kunden weitergegeben werden könnten.

Als Reaktion auf die von US-Präsident Donald Trump erhobenen Zölle auf chinesische Waren im Wert von 34 Milliarden Dollar hat China seit Freitag Vergeltungszölle in gleicher Höhe unter anderem auf US-amerikanische Autoimporte, Sojabohnen und Baumwolle bis hin zu Schweinefleisch eingeführt.

iw/hb (rtr)

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