Tauziehen um Air Berlin | Aktuell Europa | DW | 27.08.2017
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Luftfahrt

Tauziehen um Air Berlin

Seit der Bekanntgabe der Insolvenz von Air Berlin wird viel spekuliert. Wer erhält den Zuschlag für die Übernahme? CSU-Chef Horst Seehofer ist für die Stärkung der "heimischen Wirtschaft".

CSU-Chef Horst Seehofer hat sich für eine Übernahme von Air Berlin durch die Lufthansa ausgesprochen. Seehofer sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, er sei dafür, die Lufthansa "im Rahmen des Rechts" zu stärken. "Durch die Übernahme von Air Berlin können wir eine noch stärkere Lufthansa bekommen", fügte der bayerische Ministerpräsident hinzu.

"Heimische Wirtschaft" stärken

Seehofer sagte weiter, es sei wichtig, an die heimische Wirtschaft zu denken. Das unterscheide ihn "von vielen in der Europäischen Kommission, die den Betrieben in Europa große Schwierigkeiten machen, obwohl es ihre Aufgabe wäre, die europäischen Unternehmen zu stärken gegenüber der amerikanischen und chinesischen Konkurrenz".

CSU Winterklausur Seehofer (picture-alliance/dpa/T. Hase)

Horst Seehofer: Deutschland first?

Air Berlin hatte Mitte August Insolvenz angemeldet. Außer der Lufthansa, die einen Kauf von Teilen des Konkurrenten anstrebt, gibt es eine Reihe weiterer Interessenten an der Fluggesellschaft. Eine Komplettübernahme durch die Lufthansa gilt aus kartellrechtlichen Gründen als problematisch, weil das Unternehmen dann den ganz überwiegenden Teil der innerdeutschen Flugstrecken kontrollieren würde.

Einem Insider zufolge bietet die Lufthansa einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag für bis zu 90 der insgesamt 140 Flugzeuge. Auch Condor und EasyJet gehören zu den Interessenten von Teilen der Airline. Der irische Billigflieger Ryanair und der Luftfahrt-Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl kündigten an, Air Berlin komplett übernehmen zu wollen. Beide kritisierten, dass die Lufthansa im Verkaufsprozess bevorzugt behandelt werde.

Niki Lauda Fly Niki Airlines (picture-alliance/picturedeskR. Newald)

Niki Lauda bringt sich wieder ins Gespräch

Niki Lauda an Übernahme von Ferienflieger Niki interessiert

Niki Lauda, Ex-Formel-1-Star, Luftfahrtunternehmer und Gründer der Air Berlin-Tochter Niki, erklärte, er könne sich eine Übernahme seiner einstigen Gesellschaft vorstellen. "Ich habe einen Brief an den Insolvenzverwalter von Air Berlin geschrieben, in dem ich mein Interesse an FlyNiki bekunde", sagte Lauda der österreichischen "Kronen-Zeitung". Jetzt sei er gespannt, was passiert, ob er überhaupt zu den Verhandlungen eingeladen werde. Allerdings müsse er erst einen Blick in die Bücher der Niki werfen. "Erst einmal will ich die gleiche Chance haben wie die Lufthansa, die das von langer Hand geplant hat", sagte Lauda weiter, der eine mögliche Übernahme durch die deutsche Airline schon zuvor scharf kritisiert hatte. Wie Ryanair-Chef Michael O'Leary fürchtet Lauda eine beherrschende Stellung der Lufthansa vor allem im deutschen Markt.

BamS: Noch keine Einigung bei Überbrückungskredit 

Um den Weiterbetrieb von Air Berlin bis zu einem Verkauf sicherzustellen, gibt die Bundesregierung der insolventen Fluggesellschaften einen Kredit der staatlichen KfW-Bank in Höhe von 150 Millionen Euro. Nach Informationen der "Bild am Sonntag" ist der Überbrückungskredit aber noch nicht in trockenen Tüchern. Bisher sei weder der Vertrag unterschrieben noch Geld ausgezahlt worden, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Verhandlungskreise. Es gebe noch keine Einigung bei den Konditionen. Das Bundeswirtschaftsministerium sagte der Zeitung, man sei in der technischen Umsetzung, alles verlaufe planmäßig.

as/cgn (afp, dpa, rtr)