Tausende demonstrieren gegen die Kohle | Aktuell Europa | DW | 01.12.2018
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Klimawandel

Tausende demonstrieren gegen die Kohle

Kurz vor dem Weltklimagipfel kommende Woche in Kattowitz haben Tausende Demonstranten in Köln und Berlin ihre Forderungen an die Poltik konkretisiert: "Kohle stoppen - Klimaschutz jetzt" und "Aussteigen" gehörten dazu.

Die Veranstalter sprachen von insgesamt 36.000 Teilnehmern, die gegen die Kohleverstromung und für den Klimaschutz auf die Straße gingen. Die Polizei nannte erheblich niedrigere Zahlen. "Die Bundesregierung hat das Klimaziel 2020 aufgegeben, obwohl sie es durch entschlossenes Handeln noch erreichen könnte", erklärten die Organisatoren, ein Bündnis aus Umweltverbänden und -initiativen wie BUND, Nabu und Greenpeace. "Wir sind im Endspiel um unsere Zukunft und die unserer Kinder und Enkel."

Deutschland Demonstration - Kohle Stoppen - Klimaschutz jetzt in Berlin (picture-alliance/dpa/C. Soeder)

Auch auf der Berliner Demo war der Hambacher Forst ein Thema

Die Klimakonferenz der Vereinten Nationen im polnischen Kattowitz beginnt am Montag. Dabei sollen die Diplomaten unter anderem ein Regelwerk für die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens von 2015 erarbeiten, das die nationalen Klimaschutz-Beiträge vergleichbar macht.

Beim Protestzug in Berlin liefen nach Veranstalterangaben 16.000 Menschen mit, die Polizei zählte mehr als 5000. In Köln waren es laut Veranstalter 20.000 Demonstranten, hier ging die Polizei von mehr als 10.000 Teilnehmern aus. Start und Ziel der Demonstration in Berlin war das Kanzleramt. Die Klimakrise sei längst "bittere Realität", hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung der Veranstalter. Redner kritisierten demnach, dass Interessen der Kohleindustrie Vorrang vor dem Klimaschutz eingeräumt werde. Gefordert wurde, den Ausstoß von Treibhausgasen wesentlich zu senken.

Kölner Demo fordert den Erhalt des Hambacher Forstes 

Die Kölner Demonstranten setzten einen anderen Schwerpunkt und forderten auch den Erhalt des Hambacher Forstes, den der Energiekonzern RWE für den Braunkohletagebau abholzen will. Auf Transparenten und Plakaten war zum Beispiel zu lesen: "Die grauen Herren verheizen unsere Zukunft" und "Hambi bleibt". Greenpeace-Geschäftsführer Martin Kaiser sagte: "Das ist ein Protest gegen das Versagen der Bundesregierung, die nun mit leeren Händen zur Klimakonferenz fährt."

Deutschland Demonstration - Kohle Stoppen - Klimaschutz jetzt (picture-alliance/dpa/H. Kaiser)

Für die Teilnehmer der UN-Weltklimakonferenz: Die Kölner Demonstranten formulierten ihre Forderungen auch auf englisch

Unter den Demonstranten in Berlin waren mehrere Grünen-Politiker, unter anderem Ex-Bundesumweltminister Jürgen Trittin. Er bezeichnete die deutsche Klimapolitik in einem Interview als "Desaster". "Aus dem ehemaligen Vorreiter Deutschland beim Klimaschutz ist ein Blockierer geworden", sagte Trittin der "Rheinischen Post".

Auf Druck vor allem der Kohleländer Sachsen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt wurde die Arbeit der Regierungskommission zum Kohleausstieg soeben bis in den Januar verlängert. Das Gremium soll sich intensiver Gedanken machen über konkrete Maßnahmen für den Strukturwandel - bevor ein Plan für den Kohleausstieg mit einem End-Ausstiegsdatum festgezurrt wird.

nob/jj (dpa, afd, epd)

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