Taliban bedrohen Präsidentschaftswahl in Afghanistan | Aktuell Asien | DW | 06.08.2019
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Asien

Taliban bedrohen Präsidentschaftswahl in Afghanistan

Ende September soll in Afghanistan ein neuer Präsident gewählt werden. Die radikalislamischen Taliban kündigen Anschläge auf Wahlkampfveranstaltungen an und warnen die Bürger, ihre Stimme abzugeben.

Afghanistan Präsidentschaftswahlen (DW/G. Adeli )

Ende Juli war der Wahlkampf in Kabul eröffnet worden

Die Bevölkerung in Afghanistan solle politischen Kundgebungen fernbleiben, weil sie sonst Zielscheibe von Angriffen werden könnte, heißt es auf der Website der radikalislamischen Taliban.

Außerdem rief die Miliz ihre Kämpfer dazu auf, sich gegen die Wahlen "zu wehren" - was einem Aufruf zu Terroranschlägen gleichkommt. Die Präsidentschaftswahl ist für den 28. September angesetzt. Der erste Tag des Wahlkampfs war Ende Juli von einem schweren Anschlag überschattet worden. Bei einem Autobomben-Angriff auf das Büro des Vizepräsidentenkandidaten Amrullah Saleh in der Hauptstadt Kabul wurden mehr als 20 Menschen getötet.

Friedenshindernis Wahl?

Beobachter gehen davon aus, dass die Abstimmung über einen neuen Präsidenten abermals verschoben werden könnte, nachdem sie wegen der Friedensgespräche zwischen den USA und den Taliban dieses Jahr bereits zweimal vertagt worden waren.

Afghanistan | Friedensgespräche mit Taliban (picture-alliance/AP Photo/Qatar Ministry of Foreign Affairs)

In Doha finden Gespräche zwischen Vertretern der USA und der Taliban statt

Viele Afghanen denken, die Wahl könnte einem möglichen Frieden mit den Islamisten im Weg stehen. Aufgrund der schlechten Sicherheitslage ist zudem die Stimmabgabe in vielen Gebieten gefährdet.

Die Taliban sind die größte Aufständischengruppe in Afghanistan und waren von 1996 bis 2001 an der Macht. Nach den Al-Kaida-Angriffen von 2001 in New York und Washington wurden sie von den USA an der Spitze einer internationalen Militärintervention von der Macht vertrieben. Seit dem Ende des internationalen Kampfeinsatzes Ende 2014 haben sie allerdings wieder an Stärke gewonnen.

uh/as (dpa, afp)

Video ansehen 03:53

Sie bietet den Taliban in Afghanistans Norden die Stirn (17.07.2019)

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