Tagesspiegel-Korrespondent darf wieder aus der Türkei berichten | Aktuell Welt | DW | 08.04.2019
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Pressefreiheit in der Türkei?

Tagesspiegel-Korrespondent darf wieder aus der Türkei berichten

Nach dem Streit um seine Akkreditierung darf der deutsche Journalist Thomas Seibert wieder in der Türkei arbeiten. Sein Fall hat die deutsch-türkischen Beziehungen erheblich belastet.

Die Regierung in Ankara habe ihm nun doch eine so genannte Pressekarte gewährt und ihn eingeladen in die Türkei zurückzukehren, teilte der Korrespondent der Zeitung Tagesspiegel der Nachrichtenagentur AFP mit. Vier Wochen nach seiner Ausreise sei er am Wochenende wieder in Istanbul eingetroffen, wo er seit 1997 lebt und arbeitet. "Ich freue mich, dass alle Missverständnisse nun ausgeräumt sind", hob Seibert hervor.

Er und der ZDF-Korrespondent Jörg Brase hatten die Türkei am 10. März verlassen müssen, weil ihre Anträge auf Verlängerung ihrer Presse-Akkreditierung abgelehnt worden waren. Brase, der Leiter des ZDF-Studios in Istanbul ist, erhielt bereits zwei Tage später eine neue Zulassung und kehrte umgehend in die Türkei zurück. Die so genannte Pressekarte ist in der Regel für ausländische Journalisten die Voraussetzung für eine Aufenthaltsgenehmigung in der Türkei.

Der Entzug der Akkreditierung für die beiden Korrespondenten hatte für diplomatische Verstimmungen zwischen Berlin und Ankara gesorgt. Bundesaußenminister Heiko Maas kritisierte das Vorgehen der türkischen Behörden und bezeichnete es als "inakzeptabel". In der vergangenen Woche war Maas am Rande des NATO-Außenministertreffens in Washington mit seinem türkischen Kollegen Mevlüt Cavusoglu zusammengekommen. Dabei ging es nach Maas' Angaben auch um "Akkreditierungsfragen für Journalisten".

uh/sti (afp, dpa)

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