Türkei will mehr als 40 Piloten inhaftieren | Aktuell Welt | DW | 30.01.2019
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Justiz

Türkei will mehr als 40 Piloten inhaftieren

Die türkische Staatsanwaltschaft hat Haftbefehle gegen etliche Piloten ausgestellt. Ihnen wird vorgeworfen, Mitglieder der verbotenen Gülen-Bewegung zu sein. Insgesamt sollen sogar 63 Verdächtige inhaftiert werden.

46 der Betroffenen sind Hubschrauberpiloten im aktiven Dienst, zwei ehemalige Piloten und 15 Zivilisten, wie die Nachrichtenagentur Anadolu meldet. Die Polizei fahnde derzeit nach den Verdächtigen.

Die Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdogan wirft der Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen vor, den Staatsdienst unterwandert zu haben und hinter dem versuchten Militärputsch vom Juli 2016 zu stecken. Gülen hat die Beschuldigungen wiederholt zurückgewiesen. Seitdem wurden zehntausende mutmaßliche Gülen-Anhänger aus Militär, Polizei, Justiz und Verwaltung festgenommen oder entlassen. Noch immer gibt es fast wöchentlich Razzien gegen die religiöse Organisation.

Hungerstreik aus Protest

Auch dem bekannten Oppositionspolitiker Eren Erdem wird unter anderem Unterstützung der Gülen-Bewegung vorgeworfen. Aus Protest gegen seine Inhaftierung hat er am Dienstag einen Hungerstreik begonnen. Der ehemalige Abgeordnete der Oppositionspartei CHP verweigere seit dem Vortag feste Nahrung, sagte sein Parteikollege Baris Yarkadas der Deutschen Presse-Agentur. 

Berlin: Erster Staatsbesuch des türkischen Präsidenten (picture-alliance/dpa/P. Zinken)

Teilnehmer einer Anti-Erdogan-Demonstration in Berlin fordern "Freiheit für Eren Erdem" im September 2018

In einem via Twitter verbreiteten handschriftlichen Brief schrieb Erdem, er wolle vor allem gegen das Vorgehen der Justiz Anfang Januar protestieren. Damals hatte der Politiker nach sieben Monaten Untersuchungshaft eigentlich entlassen werden sollen - ein Gericht hatte es so angeordnet. Am selben Tag entschied überraschend ein anderes Gericht, der Politiker müsse im Gefängnis bleiben. Erdem bezeichnete das als "Skandal" und forderte seine Entlassung. Er ist in Silivri westlich von Istanbul inhaftiert. 

ni/sti (afp, dpa)

Die Redaktion empfiehlt