Türkei will deutsche IS-Anhänger abschieben | Aktuell Europa | DW | 11.11.2019
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IS-Terrormiliz

Türkei will deutsche IS-Anhänger abschieben

Es geht um acht Deutsche, die entweder für die Terrormiliz kämpften oder zumindest mit ihr stark sympathisierten. Die Abschiebungen sollen Ende der Woche erfolgen. Zudem werden Franzosen, Iren und Dänen abgeschoben.

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Soylu: "Die Türkei ist kein IS-Hotel"

Die Türkei hat für diese Woche die Abschiebung von bis zu acht mutmaßlichenIS-Mitgliedern oder Sympathisanten der Terrormiliz nach Deutschland angekündigt. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes sagte in Berlin, am Donnerstag und Freitag sollten acht deutsche Staatsangehörige ankommen. Es handele sich um drei Männer und fünf Frauen. In ihrer Begleitung seien auch zwei Kinder.

Erdogan: 1149 IS-Anhänger in türkischen Gefängnissen 

Der Sprecher des türkischen Innenministeriums, Ismail Catakli, hatte zuvor erklärt, dass insgesamt acht Deutsche, elf Franzosen, zwei Iren und ein Däne in dieser Woche abgeschoben würden. Ein aus den USA stammender IS-Kämpfer sei bereits außer Landes gebracht worden. Der türkische Innenminister Süleyman Soylu hatte die Rückführung am Freitag angekündigt. 

Der Sprecher des türkischen Innenministeriums, Ismal Catakli (Foto: picture-alliance/AA/M.S. Korkutata)

Der Sprecher des türkischen Innenministeriums, Ismail Catakli

Nach Angaben des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan sitzen derzeit 1149 Anhänger des IS in türkischen Gefängnissen. Davon seien 737 ausländische Staatsbürger. Der Kommunikationsdirektor Erdogans, Fahrettin Altun, hatte der "Stuttgarter Zeitung" gesagt, die Türkei wolle auch insgesamt 20 deutsche IS-Anhänger abschieben. Mehrere europäische Staaten haben es bisher abgelehnt, IS-Anhänger zurückzuholen, die die von der Kurdenmiliz YPG angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) in Nordsyrien gefangen genommen hatten.

"Türkei kein Hotel für jedermanns IS-Mitglieder"

Die Türkei hatte am 9. Oktober eine Offensive gegen die YPG begonnen, die sie als Terror-Organisation betrachtet. Während der Militäroffensive wurden nach Angaben aus Ankara 287 IS-Anhänger festgenommen, darunter Frauen und Kinder. Die Regierung in Ankara wirft europäischen Ländern wie Großbritannien oder den Niederlanden vor, sich aus der Verantwortung zu stehlen, indem sie IS-Kämpfern die Staatsangehörigkeit entzögen und sich weigerten, diese zurückzunehmen. Innenminister Süleyman Soylu etwa erklärte vor kurzem, die Türkei "sei kein Hotel für jedermanns Daesh-Mitglieder". Mit "Daesh" benutzte er eine arabische Bezeichnung für den IS. 

sti/uh (afp, dpa, rtr)

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