Tödlicher Protest im Iran | Aktuell Nahost | DW | 16.11.2019
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Islamische Republik

Tödlicher Protest im Iran

Bei Demonstrationen gegen die Rationierung und Erhöhung von Benzinpreisen in mehreren Städten im Iran ist mindestens ein Mensch getötet worden. Die Polizei soll nur mit Warnschüssen eingegriffen haben.

Die Umstände des Todesfalls seien noch unklar und würden derzeit untersucht, sagte der Sprecher der Stadtverwaltung Sirdschan im Süden des Landes, Mahmud Mahmudabadi. Dutzende von Demonstranten hätten versucht, Tankstellen und Öldepots in Brand zu stecken, sagte Mahmudabadi Medienberichten zufolge. Daraufhin hätten die Polizei und sogar Revolutionsgarden eingreifen müssen, so der Sprecher.

Nach seinen Worten soll die Polizei nur Warnschüsse in die Luft abgegeben haben. Es habe auf beiden Seiten Verletzte gegeben. Ob es auch zu Verhaftungen kam, sagte er nicht. In anderen Teilen des Irans wurde ebenfalls gegen die Benzinrationierung protestiert. In einigen Städten setzte die Polizei Tränengas gegen Demonstranten ein. 

Wegen der anhaltenden Proteste soll der Irak auf Bitten Teherans einen gemeinsamen Grenzübergang im Süden geschlossen haben. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf irakische und iranische Sicherheitskräfte. Der Grenzabschnitt ist demnach für Reisende geschlossen, nicht aber für Handelswaren. 

Die Regierung im Iran hatte am Freitag die Ausgabe von Benzin eingeschränkt und die Spritpreise um mehr als 50 Prozent erhöht. Mit den zusätzlichen Einnahmen will Präsident Hassan Rohani neue Hilfen für 60 Millionen Bedürftige finanzieren.

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Iran rationiert Benzin

Angesichts der bisher extrem niedrigen Preise ist der Benzinverbrauch der Iraner sehr hoch. Der Nachrichtenagentur Irna zufolge liegt der Gesamtverbrauch der 80 Millionen Einwohner des Landes bei durchschnittlich 90 Millionen Liter pro Tag. Schätzungen zufolge werden täglich 10 bis 20 Millionen Liter außer Landes geschmuggelt. Zusätzlich befeuert wurde der Schmuggel noch durch den Absturz der iranischen Währung Rial infolge der Verhängung neuer US-Sanktionen seit 2018.

jv/jj (afp, ap)

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