Studie: Weniger Terroropfer weltweit | Aktuell Welt | DW | 05.12.2018
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Terrorindex

Studie: Weniger Terroropfer weltweit

Die Zahl der weltweiten Terroropfer ist im Jahr 2017 um 27 Prozent auf knapp 19.000 gesunken. Damit sei im dritten Jahr in Folge eine Verbesserung zu beobachten, heißt es im "Global Terrorism Index 2017".

Somalia Anschlag in Mogadischu (Reuters/F. Omar)

Die Zahl der Anschläge weltweit sinkt - Ausnahme Somalia

Besonders im Irak und in Syrien habe sich die Lage wegen des Rückzugs der Terrormiliz IS verbessert, betonen die Verfasser der Studie, die australische Denkfabrik "Institute for Economics & Peace (IEP).

Im Vergleich zu 2014, der Hochphase des Terrorismus, sank die Zahl der Todesopfer sogar um mehr als 40 Prozent. Allein im Irak trug die Schwächung des IS zwischen 2016 und 2017 zu einer 56-prozentigen Verringerung der Todesfälle bei. Den Grund hierfür sehen die Autoren der Untersuchung darin, dass der IS an Attraktivität verloren habe und Techniken zur Beobachtung von Verdächtigen besser geworden seien.

Krisenland Somalia

Dennoch gibt es immer noch Regionen, die besonders betroffen sind. So traf es im vergangenen Jahr Somalia besonders schlimm. Ein Attentäter hatte sich in einem Lastwagen an einem Verkehrsknotenpunkt in der Hauptstadt Mogadischu in die Luft gesprengt. Fast 600 Menschen starben. Die Regierung machte die radikal-islamische Al-Shabaab-Miliz dafür verantwortlich.

Der Terrorismus bleibt nach wie vor ein globales Phänomen: 67 Länder verzeichneten 2017 mindestens einen Todesfall. Laut Rangliste zeigten 94 Länder eine Verbesserung und 46 eine Verschlechterung - dies sei seit 2004 die höchste Anzahl von Ländern, die sich gegenüber dem Vorjahr verbessern konnten. Die globalen wirtschaftlichen Auswirkungen des Terrorismus beliefen sich laut Studie 2017 auf 52 Milliarden US-Dollar, ein Rückgang von 42 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

In Europa sanken die Todesfälle um 75 Prozent - und zwar von 168 im Jahr 2016 auf 81 im Jahr 2017. Frankreich, Belgien und Deutschland verzeichneten deutliche Verbesserungen. Großbritannien, Spanien, Schweden, Finnland und Österreich verzeichneten dem Report zufolge mehr Terroropfer.

Rechtsextreme demonstrieren in Dortmund (picture-alliance/dpa/R. Rutkowski)

Rechtsextreme in Dortmund

Mehr rechtsextreme Taten

In Nordamerika und Westeuropa hat der rechtsextreme Terrorismus zugenommen, der 2017 für 59 Anschläge und 17 Todesfälle verantwortlich war.

Das IEP gibt jedes Jahr den globalen Terrorismus-Index heraus. Zudem veröffentlicht das Institut auch den weltweiten Friedens-Index.

cgn/sti (dpa, kna)