Studie: Verschmutzte Luft fordert mehr Todesopfer als Rauchen | Aktuell Europa | DW | 12.03.2019
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Gesundheit

Studie: Verschmutzte Luft fordert mehr Todesopfer als Rauchen

Forscher gingen bislang davon aus, dass pro Jahr rund 4,5 Millionen Menschen durch Luftverschmutzung sterben. Einer neuen Studie zufolge ist der Wert deutlich höher.

Die Luftverschmutzung verkürzt die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen in Europa um zwei Jahre. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Max-Planck-Instituts für Chemie und der Universitätsmedizin Mainz. Laut der neuen Berechnung sterben auf 100.000 Einwohner gerechnet weltweit jährlich etwa 120 Menschen vorzeitig an den durch verschmutzte Luft ausgelösten Krankheiten - in Europa sogar 133 Menschen.

Bis vor Kurzem gingen die Forscher von einer globalen Sterblichkeitsrate durch Luftverschmutzung von rund 4,5 Millionen Menschen pro Jahr aus. Der neu berechnete Wert liegt bei 8,8 Millionen pro Jahr. In mindestens der Hälfte dieser Sterbefälle sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die Todesursache.

Luftverschmutzung als Gesundheitsrisiko

Damit reihen die Forscher schlechte Luft in die Liste der bedeutendsten Gesundheitsrisiken ein. Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt, dass jährlich 7,2 Millionen Menschen pro Jahr an Tabakrauch sterben - inklusive Passivrauchen. Ein Mensch könne sich allerdings entscheiden, nicht zu rauchen - der Luftverschmutzung aber könne er nicht ausweichen, so die WHO.

Feinstaubbelastung sollte gesenkt werden

"Unsere Ergebnisse zeigen, dass der europäische Grenzwert für Feinstaub, der für den Jahresdurchschnitt bei 25 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft liegt, viel zu hoch ist", erklärte der Direktor des Zentrums für Kardiologie der Universitätsmedizin Mainz, Thomas Münzel. Der Wert liegt weit über der Richtlinie der WHO von zehn Mikrogramm pro Kubikmeter. "Jetzt ist es noch dringlicher geworden, die Belastung durch Feinstaub weiter zu senken und die Grenzwerte anzupassen", forderte Münzel.

bag/sti (dpa, afp)

 

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