Studie: Integration von Flüchtlingen kommt voran | Aktuell Deutschland | DW | 25.01.2019
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Deutschland

Studie: Integration von Flüchtlingen kommt voran

Einer Studie der Asylbehörde BAMF zufolge lernen in Deutschland drei Viertel der Flüchtlinge die Sprache, immer mehr haben zudem einen Job. Sorgen macht den Forschern dagegen die psychische Gesundheit der Geflüchteten.

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) haben gemeinsam untersucht, wie es mit der Integration von Flüchtlingen in Deutschland vorangeht. Die Forscher zogen insgesamt ein positives Fazit.

Ein Drittel hat mittlerweile einen Job

So hätten mindestens drei Viertel der zwischen 2013 und 2016 nach Deutschland Geflüchteten inzwischen an einem Deutschkurs teilgenommen. Frauen stehen demnach beim Spracherwerb aber deutlich schlechter da als Männer. Rund die Hälfte der über 5000 Befragten gab an, an Integrationskursen teilgenommen zu haben, die neben Deutsch auch Wissen über die deutsche Gesellschafts- und Rechtsordnung vermitteln.

Der Anteil der erwerbstätigen Flüchtlinge ist von 21 Prozent im Jahr 2017 auf 35 Prozent im vorigen Jahr gestiegen. Das liege über den Erwartungen, sagte der IAB-Forscher Herbert Brücker und forderte, die Geflüchteten noch besser zu unterstützen, insbesondere die Frauen, die auch in Sachen Job hinter den Männern liegen. Rund zehn Prozent der erwachsenen Geflüchteten gingen 2017 zur Schule, studierten oder machten eine Ausbildung. Ein Jahr zuvor waren es noch sechs Prozent.

Zugang zu Psychotherapie ist schwierig

Problematisch für die Integration sei es allerdings, dass Geflüchtete oft unter psychischen Problemen leiden. Insbesondere Frauen, ältere Flüchtlinge und Menschen aus Afghanistan weisen den Autoren der Studie zufolge ein hohes Risiko für posttraumatische Belastungsstörungen auf. Doch professionelle Hilfe zu finden, ist für Flüchtlinge schwer, da sie in der ersten Zeit meist nur bei gravierenden körperlichen Beschwerden Anspruch auf eine Behandlung haben. Danach erschweren lange Wartezeiten für einen Therapieplatz und ein Mangel an muttersprachlichen Therapeuten und Dolmetschern eine Behandlung. 

ie/uh (afp, dpa, epd)

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