Streit zwischen Georgien und Russland wegen Wiederaufnahme der Eisenbahnverbindung zwischen Suchumi und Moskau
13. September 2004Bonn, 13.9.2004, ECHO MOSKWY, KAVKASIA-PRESS
ECHO MOSKWY, russ., 10.9.2004
Erstmals seit mehr als elf Jahren hat sich heute ein Zug von Suchumi in Richtung Moskau begeben. Vor dem Bahnhof in Suchumi fand aus diesem Anlass eine feierliche Veranstaltung statt. Wie ITAR-TASS berichtete, nahm daran die Führung der nicht anerkannten Republik Abchasien und die Öffentlichkeit teil. Der Direktor der Russischen Eisenbahngesellschaft Gennadij Fadejew und der Chef der Nordkaukasus-Eisenbahn Wladimir Worobjow sind in Abchasien eingetroffen. Vertreter der Führung der Region Krasnodar und des Föderalen Bezirks Süd nahmen ebenfalls an der feierlichen Veranstaltung teil. (TS)
ECHO MOSKWY, russ., 10.9.2004
Zwischen Moskau und Tbilissi ist es heute zu einem diplomatischen Streit gekommen. Der Grund war die Wiederaufnahme der Eisenbahnverbindung zwischen der russischen Hauptstadt und Suchumi. Der georgische Außenminister ist über die Wiederaufnahme des Zugverkehrs zwischen Moskau und der Hauptstadt der selbsternannten Republik Abchasien empört. Das russische Außenministerium ist der Ansicht, das nichts Außergewöhnliches geschehen sei und das alles im Rahmen russisch-georgischer Vereinbarungen abläuft, so der Sprecher des russischen Außenministeriums Boris Malachow.
(Malachow) Im Juli dieses Jahres hat die Russische Eisenbahngesellschaft mit dem Abschluss des ersten Stadiums der Ausbesserungsarbeiten auf dem Abschnitt der Eisenbahnstrecke zwischen der Station Wesselaja und Suchumi begonnen. Das ist nichts grundsätzlich Neues. Die Strecke muss nach der Inbetriebnahme der Eisenbahnverbindung Sotschi-Suchumi im Dezember 2002 funktionieren und sicher sein. Entscheidend ist, dass dies alles im Rahmen der Abmachungen von Sotschi, die auf dem russisch-georgischen Gipfel unter Beteiligung der abchasischen Seite im März 2003 getroffen wurden, geschieht.
(Moderator) Diese Abmachungen sahen die Wiederaufnahme der Eisenbahnverbindung zwischen Sotschi und Tbilissi vor, erklärte das russische Außenministerium. (TS)
KAVKASIA-PRESS, georg., 11.9.2004
Georgiens Außenministerium hat zu Russlands Standpunkt zur Wiederaufnahme der Eisenbahnverbindung zwischen Suchumi und Moskau und den Äußerungen des Sondergesandten des russischen Außenministeriums Lew Mironow Stellung genommen. Das georgische Ministerium erklärte: "Gelinde ausgedrückt widersprechen Mironows Äußerungen der Wirklichkeit, denn die Wiederaufnahme der Eisenbahnverbindung verstößt gegen die auf dem russisch-georgischen Gipfel von 2003 erzielten Abmachungen. Auf dem Gipfel vom 6. bis 7. März 2003 in Sotschi wurde beschlossen, dass die Eisenbahnverbindung wiederaufgenommen werden kann, wenn gleichzeitig die [georgischen] Flüchtlinge in den [abchasischen] Bezirk Gali zurückkehren. Die russische Seite hat aber nicht nur ihre Verpflichtungen nicht erfüllt, sondern sogar grob dagegen verstoßen, indem sie den Eisenbahnverkehr auf dem Abschnitt Suchumi-Wesseloje wieder aufgenommen hat", so das Ministerium. (TS)