Strafanzeige gegen belgische AKW-Betreiber | Aktuell Europa | DW | 21.04.2018
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Atomkraft

Strafanzeige gegen belgische AKW-Betreiber

Aus Angst vor einem schwerwiegenden Unfall haben Atomkraftgegner Anzeige gegen den belgischen Staat und die Betreiber der Kraftwerke Tihange und Doel erstattet. Beide Meiler gelten als überaltert und anfällig für Pannen.

"Wir sind hier, um unsere Wut über - und unseren Protest gegen die belgischen AKWs zu zeigen", sagte Jörg Schellenberg vom trinationalen Aktionsbündnis "Stop Tihange" im belgischen Eupen.

Tausende Haarrisse an den Reaktordruckbehältern sorgten bei vielen Menschen für Verunsicherung. In Eupen nahe Aachen nahmen den Veranstaltern zufolge an die Hundert Menschen an der Aktion teil. "Wir sind überrascht von der Resonanz", sagte der Leiter des Eupener Poizeikommissariats, Daniel Baltus.

Seit Jahren auf dem Prüfstand

Auch in den belgischen Städten Tongeren und Namur wurde zu Aktionen aufgerufen. Die belgischen Pannen-Reaktoren Tihange und Doel stehen seit Jahren immer wieder in der Kritik. Vor allem Menschen im Dreiländereck Belgien, Deutschland und den Niederlanden sind wegen Tausenden Haarrissen an den Behältern um ihre Sicherheit besorgt. Die belgische Atomaufsicht (FANC) und der Betreiber Electrabel versuchen aber zu beschwichtigen: Die als Risse bezeichneten Wasserstoffflocken hätten "überhaupt keinen negativen Einfluss auf die Sicherheit der Reaktoren".

Kernkraftwerk Tihange Atomreaktor Tihange-1 (picture-alliance/dpa/R. Jensen)

Deutsch-belgischer Streitpunkt: der belgische Atomreaktor Tihange

Die Bundesregierung und die NRW-Landesregierung dringen schon lange auf eine Stilllegung vonTihange, in dem wiederholt technische Defekte festgestellt wurden. In der Region Aachen wurden zum Schutz vor Strahlenschäden bereits Jodtabletten an Bürger ausgegeben.

"Das AKW Tihange ist eine Gefahr für NRW", sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet bereits im Dezember vergangenen Jahres dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Die Gefahr, die von dem maroden AKW ausgehe, sei "deutlich höher" als Risiken durch die Kohle-Emissionen, so Laschet weiter. 

cgn/se (dpa, wdr.de)

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