Stichwort: Syriens Kampfstoffe | Wissen & Umwelt | DW | 11.10.2013
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Wissen & Umwelt

Stichwort: Syriens Kampfstoffe

Gasförmig oder flüssig und vielseitig einsetzbar. Chemische Kampfstoffe werden gezielt hergestellt, um Menschen zu verletzen oder zu töten. Syrien soll über die folgenden C-Waffen verfügen.

Sarin

Deutsche Chemiker um Gerhard Schrader haben Sarin 1938 zusammengerührt. Eigentlich sollte das Gebräu ein Pflanzenschutzmittel werden und schädliche Insekten töten. Heute gilt Sarin als eines der tückischsten Nervengifte. Es ähnelt in seiner chemischen Struktur Tabun und VX. Sarin ist flüssig, geruchlos und leicht flüchtig. Schon kleinste Mengen sind tödlich. Nur eine Atemschutzmaske und ein Ganzkörperanzug können einen Menschen etwa eine halbe Stunde lang schützen. Denn Sarin wird nicht nur über das Atmen aufgenommen sondern auch über die Augen und die Haut. Es verursacht eine Dauerreizung der Nervenzellen. Dadurch kommt es zu starkem Nasenlaufen, Augentränen, Muskelkrämpfen bis hin zu Atemlähmung und Tod.

Tabun

Auch Tabun wurde vom deutschen Chemiker Gerhard Schrader, 1936, entdeckt. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Nervenkampfstoff zwar in Bomben gefüllt, aber nicht eingesetzt. Tabun ist flüssig, riecht etwas fruchtig und nach Bittermandeln. Bei Kontakt wird das Gift über die Haut und das Atmen aufgenommen. Die Wirkungsweise und die Symptome sind ähnlich wie bei Sarin.

VX

Auch VX wurde von einem britischen Chemiker als Pflanzenschutzmittel entwickelt. Doch schon schnell war klar: Das Zeug ist zu gefährlich für die Landwirtschaft - aber sehr interessant für Kampfeinsätze. VX hat eine ähnliche Giftwirkung wie Sarin und Tabun, ist aber sehr viel stabiler und 10-mal giftiger. Es haftet daher auch länger auf der Haut, auf Kleidung und anderen Gegenständen und es kann länger gelagert werden. VX hat eine ölartige Konsistenz.

Senfgas

Als Chemiewaffe kam Senfgas hauptsächlich im Ersten Weltkrieg zu Einsatz. Zwar wurde schon vorher mit dem Stoff experimentiert, es waren aber die deutschen Chemiker Wilhelm Lommel und Wilhelm Steinkopf, die 1916 erstmals den Vorschlag für den Kriegseinsatz machten. Senfgas ist ein Hautgift. Innerhalb von drei Minuten dringt der Stoff durch Kleidung und Haut in den Körper. Die Symptome zeigen sich allerdings nicht direkt, sondern manchmal erst 24 Stunden später. Es bilden sich Rötungen, Blasen und die Haut löst sich ab. Das Einatmen der Giftgasschwaden ist lebensgefährlich, da es das Lungengewebe zerstört.

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