Steinmeier würdigt die ″New York Times″ | Nachrichten & Analysen: der globale Blick auf Schlagzeilen | DW | 03.12.2017
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Medien

Steinmeier würdigt die "New York Times"

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die "New York Times" als einen Leuchtturm der Vernunft gewürdigt. Sie setze immer wieder die Maßstäbe einer freien Presse mit höchsten Qualitätsansprüchen.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die "New York Times" als globale Autorität und "Leuchtturm der Vernunft in einem Zeitalter grassierender Unvernunft" gewürdigt. In seiner Laudatio zur Verleihung des Marion-Gräfin-Dönhoff-Preises für internationale Verständigung und Versöhnung an die US-amerikanische Zeitung sagte Steinmeier in Hamburg: "Wir ehren ein Flaggschiff der Pressefreiheit in einer Zeit, in der Deniz Yücel und hunderte Journalisten in der Türkei im Gefängnis sitzen, in der in Russland unabhängige Zeitungen zu ausländischen Agenten erklärt werden, und in der selbst in westlichen Demokratien der Sinn und Wert der freien Presse in Frage gestellt wird - und sei es nur mal nebenbei per Tweet am frühen Morgen."

Selbstkritik als Grundlage für Vertrauen in die Medien

Deutschland: Verleihung Marion Dönhoff Preis durch Bundespräsident Steinmeier (picture-alliance/dpa/D. Bockwoldt)

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei der Preisverleihung in Hamburg

Die Zeitung berichtet immer wieder kritisch über US-Präsident Donald Trump, der die "Times" dafür ebenso wie andere US-Medien regelmäßig auf Twitter heftig angreift. Sie sei für die Deutschen das Fenster in die Vereinigten Staaten als ein Land, das immer vielschichtig, schillernd und widersprüchlich sein werde, ergänzte Steinmeier. Die Komplexität Amerikas, auch das Ringen mit seiner Komplexität, verkörpere niemand besser als die "New York Times". "Wer heute in Deutschland, mit einer gewissen kulturellen Hochnäsigkeit, dem Bruch mit den USA das Wort redet, weil da doch alles in die falsche Richtung liefe und die Gemeinsamkeiten verschwunden seien - der werfe nur einen einzigen Blick in die New York Times." Diese Zeitung setze immer noch und immer wieder die Maßstäbe einer freien Presse mit höchsten Qualitätsansprüchen. "Und eine solche Presse brauchen wir in diesen stürmischen Zeiten umso dringender."

Steinmeier forderte gleichzeitig die Medien zu Selbstkritik auf, um Vertrauen in ihre Arbeit zu wahren. "Die Selbstkritik, die ganz selbstverständlich von Politikern gefordert wird, ist auch von Medienmachern zu erwarten", sagte Steinmeier. "Natürlich, gerade in dieser unübersichtlichen Welt brauchen wir Vertrauen in die Autorität von Medien." Aber Selbstkritik untergrabe nicht die Autorität der Medien, "im Gegenteil: Sie ist Grundlage für das Vertrauen".

pg/sti (dpa, afp)

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