Steinmeier sagt Kirgisistan Unterstützung zu | Aktuell Asien | DW | 31.03.2016
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Aktuell Asien

Steinmeier sagt Kirgisistan Unterstützung zu

Das 5,7-Millionen-Einwohner-Land ist eine Oase der Demokratie inmitten autoritär regierter Staaten in Zentralasien. Bundesaußenminister Steinmeier sagt Kirgisistan deutsche Hilfe zu.

Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat die ehemalige Sowjetrepublik Kirgisistan als demokratisches Beispiel für ganz Zentralasien gelobt. Bei einem Besuch in der Hauptstadt Bischkek versprach Steinmeier dem Land deutsche Unterstützung beim weiteren Aufbau einer stabilen Demokratie.

Kirgisistan leiste als "lebendige parlamentarische Demokratie einen ganz wichtigen Beitrag zur Stabilität in dieser Region", sagte der Bundesaußenminister nach einem Treffen mit dem 2011 gewählten Präsidenten Almasbek Atambajew (Artikelbild, Atambajew rechts).

Islamisten werden stärker

Demokratie könne auch "ein Schutz davor sein, dass sich Radikalismus und Fundamentalismus fest einnisten", betonte Steinmeier. In der muslimisch geprägten Region haben radikale Islamisten zuletzt an Einfluss gewonnen. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) rekrutiert in Zentralasien Kämpfer für die Konflikte in Syrien und im Irak.

Kirgisistans Außenminister Erlan Abdildajew bedankte sich für bisherige deutsche Hilfe, bat aber sowohl auf wirtschaftlichem als auch auf politischem Gebiet um mehr Unterstützung. "Wir wünschen uns, dass unser Land offen und demokratisch ist. Aber Demokratie darf auch nicht arm sein", sagte Abdildajew.

Große Armut

Die Wirtschaft Kirgisistans ist nach Darstellung des Internationalen Währungsfonds in hohem Maß von der Gold- und Kohleförderung abhängig. 40 Prozent der 5,7 Millionen Einwohner leben in Armut. Die Wirtschaftsleistung pro Kopf beträgt nur 1120 Euro (Deutschland: 42.660 Euro). Wichtigste Devisenquelle sind die Überweisungen von Arbeitsmigranten aus dem Ausland, vor allem aus Russland. Die schwächelnde Wirtschaft in Russland macht auch Kirgisistan und den anderen zentralafrikanischen Republiken zu schaffen.

Nach Usbekistan war Kirgisistan die zweite Station einer dreitägigen Zentralasien-Reise Steinmeiers. Zum Abschluss besucht der Minister noch Tadschikistan. Dort regiert Präsident Emomali Rachmon bereits seit 1992 mit eiserner Hand. Das Hochgebirgsland gilt als Armenhaus unter den ehemaligen Sowjetrepubliken.

wl/fab (dpa)