Startschuss für Allianz von VW und Ford | Wirtschaft | DW | 12.07.2019
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Autobranche

Startschuss für Allianz von VW und Ford

Dass sich Autokonzerne bei bestimmten Projekten verbünden, ist keine Seltenheit mehr. Auch Volkswagen und Ford hatten bereits eine Kooperation angekündigt. Die wird nun ausgebaut.

Volkswagen und Ford wollen künftig auch bei Elektrofahrzeugen und Roboterautos die Kräfte bündeln. "Volkswagen investiert zusammen mit Ford in das auf Softwareplattformen für autonomes Fahren spezialisierte Unternehmen Argo AI, dessen geschätzter Unternehmenswert damit auf mehr als 7 Milliarden Dollar steigt", verkündeten VW-Konzernchef Herbert Diess und Ford-Chef Jim Hackett am Freitag in New York. Im Rahmen der erweiterten Allianz wird VW Milliarden in Fords Tochter Argo AI für selbstfahrende Autos stecken.

Die Amerikaner wollen im Gegenzug Hunderttausende Fahrzeuge für den europäischen Markt auf der E-Auto-Plattform MEB von VW fertigen. Volkswagen werde umgerechnet 2,3 Milliarden Euro in Argo AI investieren, teilten die Unternehmen mit. Der Betrag ergibt sich aus einer Milliarde Dollar an Finanzmitteln, zudem bringt VW seine eigene Sparte AID für autonomes Fahren ein, die 200 Mitarbeiter hat und mit 1,6 Milliarden bewertet wird.

Im Fokus: Der MEB-Baukasten

Der bisherige AID-Sitz in München soll künftig als Europa-Zentrale von Argo AI dienen. Ford und VW werden durch den Deal, bei dem Argo AI insgesamt mit sieben Milliarden Dollar bewertet wird, in Zukunft gemeinsam und zu gleichen Teilen eine deutliche Mehrheit an der Tochter halten. Innerhalb der nächsten drei Jahre wird VW zudem Ford laut Mitteilung weitere Argo-Aktien im Wert von 500 Millionen Dollar abkaufen. Auch die Amerikaner versprechen, weiter kräftig zu investieren. Wie bereits seit Monaten spekuliert wurde, hat Ford es bei der Kooperation insbesondere auf den VW-Elektroautobaukasten MEB abgesehen.

Der zweitgrößte US-Hersteller wird der erste Autokonzern, der die Plattform mitnutzt und will in sechs Jahren insgesamt mehr als 600 000 Wagen für den europäischen Markt produzieren. VW selbst werde den Baukasten in den nächsten zehn Jahren für 15 Millionen Autos nutzen. Die Konzerne hatten bereits im Januar beschlossen, bei leichten Nutzfahrzeugen zu kooperieren und über eine erweiterte Partnerschaft verhandelt.

Bei den Kleinbrummis klappt's schon

Die seit einigen Monaten bereits bestehende Kooperation bei leichten Nutzfahrzeugen und Pick-ups laufe nach Plan. Die Allianz entwickele sich immer vielversprechender, erklärte VW-Chef Diess und fügte hinzu: "Wir prüfen auch weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit." Eine Kapitalverflechtung zwischen den beiden Konzern ist aber weiterhin nicht geplant.

hb/dk (rtr,dpa)

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