Staatsschutz ermittelt nach Anschlag auf türkische Botschaft | Aktuell Deutschland | DW | 27.02.2018
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Politischer Protest

Staatsschutz ermittelt nach Anschlag auf türkische Botschaft

Nach der Farbattacke auf die türkische Vertretung in Berlin gehen die Ermittler von einer politisch motivierten Tat aus. Ein im Internet veröffentlichtes Bekennerschreiben wird derzeit noch ausgewertet.

In der Nacht zum Dienstag hatten die bislang unbekannten Täter die türkische Botschaft mit Farbflaschen beworfen. Verletzt wurde bei der Attacke niemand. Die verwendeten Farben Rot, Grün und Gelb könnten auf die kurdische Flagge schließen lassen, doch die Ermittler halten sich bislang noch mit Vermutungen zurück. Man gehe aber von einer politisch motivierten Tat aus, erklärte ein Sprecher der Berliner Polizei. Mittlerweile hat der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen.

Im Tagesverlauf wurde ein Bekennerschreiben im Internet veröffentlicht, das derzeit noch untersucht wird. In dem auf der Seite indymedia.org veröffentlichten Text übernimmt ein "Sema Orkês" genanntes Kommando die Verantwortung für die Tat.

Darin heißt es: "Wir schicken hiermit solidarische Grüße an die kämpfenden FreundInnen in Rojava, Afrin und ganz Kurdistan." Dies nährt Spekulationen, der Angriff könnte mit der türkischen Militäroffensive gegen die Kurdenmiliz YPG im Norden Syriens zu tun haben. Zuletzt gab es in mehreren deutschen Städten Proteste gegen die türkischen Artillerie-Angriffe auf die kurdisch dominierte Stadt Afrin jenseits der türkischen Grenze. Die türkische Botschaft verurteilte die Attacke auf Twitter. Sie vermutet "Sympathisanten der Terrororganisation" hinter der Tat, ohne genauere Angaben zu machen, welche Organisation gemeint ist. 

djo/qu (afp, dpa)

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