Spektakuläres Mondschauspiel | Wissen & Umwelt | DW | 27.07.2018
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Wissen & Umwelt

Spektakuläres Mondschauspiel

Totale Mondfinsternis und ein Blutmond. Dieses seltene Spektakel bescherte uns der späte Freitagabend. Hier nochmal die wichtigsten Fakten.

Wie entsteht eine totale Mondfinsternis?

Eine Mondfinsternis entsteht nur bei Vollmond, wenn die Erde zwischen Sonne und Mond steht. Alle drei Himmelskörper müssen außerdem auf einer Linie liegen. In dieser besonderen Konstellation hält die Erde das Licht der Sonne ab und der Mond befindet sich im Schatten der Erde.

Was ist ein Blutmond?

Auch während einer totalen Mondfinsternis schimmert der Mond rötlich. Daher der komische Name Blutmond. Woher die rötliche Färbung kommt, hört sich etwas kompliziert an: Ein Teil des Sonnenlichts, das auf die Erde trifft, wird in der Erdatmosphäre gebrochen und wie von einer Linse in den Erdschatten gelenkt. Dabei werden die kurzwelligen blauen Anteile des Sonnenlichts stark gestreut, die langwelligen roten Anteile gelangen stärker gebündelt bis zum Mond durch.

Kündigt der Blutmond den bevorstehenden Weltuntergang an?

Dieses Gerücht wird tatsächlich gestreut. Haha. Die Antwort lautet: Nein! Das ist kompletter Unsinn.

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Mondfinsternis, erklärt aus der Perspektive des Mondes

Was hält den Mond auf seiner Bahn um die Erde?

Es sind bestimmte Kräfte, die die Erde und seinen Trabanten immer schön im Gleichgewicht halten. Zum einen sind da die Anziehungskräfte. Würden nur sie wirken, würden Erde und Mond aufeinander kleben, eine lustige Vorstellung. Es arbeitet aber noch eine andere Kraft: die Fliehkraft oder Zentrifugalkraft, die durch die Geschwindigkeit entsteht, mit der der Mond durchs Weltall saust.

Ohne die Anziehungskraft der Erde würde sich der Mond schnell von der Erde entfernen. Nur durch das Gleichgewicht zwischen Fliehkraft und Anziehungskraft wird der Mond auf seiner elliptischen Umlaufbahn um die Erde gehalten. Aber: Der Mond entfernt sich langsam von uns. Jedes Jahr um etwa 3,8 Zentimeter.

Mond und Erde von der Apollo 8 aus gesehen | 1969 (picture-alliance/dpa/NASA)

Faszination Himmelskörper: Erde über dem Mond von der Apollo 8 aus gesehen

Die Entfernung von der Erde zum Mond beträgt im Durchschnitt 384.400 Kilometer. Mit einem Raumschiff dauert die Reise dorthin drei Tage, mit einem Flugzeug bräuchte man mindestens 20 Tage.

Da sich der Mond in Form einer Ellipse um die Erde dreht, ist er manchmal weiter entfernt und manchmal näher dran. Die weiteste Entfernung (Apogäum) beträgt etwa 405.000 Kilometer, die erdnächste (Perigäum) im Durchschnitt um die 363.000 Kilometer.

Warum haben wir nur einen Mond?

Immerhin haben wir einen! Venus und Merkur haben gar keinen. Und der Mars hat nur zwei winzig kleine "Krümel-Monde". Spitzenreiter sind die größten Planeten in unserem Sonnensystem: der Jupiter mit 67 Monden und Saturn mit 63 Monden. Auffällig ist also, dass vor allem die großen Gasplaneten zahlreiche Monde haben, darunter besonders viele kleine.

Offensichtlich sind sie in der Lage, mit ihrer immensen Anziehungskraft größere Monde festzuhalten und sogar vorüberziehende Asteroiden, Kometen oder Planetoiden von ihrer ursprünglichen Bahn abzulenken und auf ihre Umlaufbahn zu zwingen.

Welche sind die größten Monde in unserem Sonnensystem?

1. Ganymed, Jupiter: Ø 5269 km
2. Titan, Saturn: Ø 5150 km
3. Kallisto, Jupiter: Ø 4820 km
4. Io, Jupiter: Ø 3632 km
5. Mond, Erde: Ø 3475 km

Wie ist unser Erdmond eigentlich entstanden?

So komisch das klingt, Wissenschaftler können das bis heute nicht mit 100-prozentiger Sicherheit sagen. Es gibt unterschiedliche Theorien, diese hier hat sich durchgesetzt: Der Mond entstand vor etwa 4,5 Milliarden Jahren, als die frühe Erde mit einem etwa marsgroßen Himmelskörper namens Theia zusammenstieß. Erde und Theia verschmolzen miteinander, dabei wurden gewaltige Trümmer ins All geschleudert. Diese verdichteten sich und wurden zum Mond, den wir noch heute am Nachthimmel sehen.

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