SPD rutscht nach Nahles-Wahl auf 17 Prozent ab | Aktuell Deutschland | DW | 30.04.2018
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Sozialdemokraten

SPD rutscht nach Nahles-Wahl auf 17 Prozent ab

Die SPD und ihre neue Vorsitzende schaffen es laut einer neuen Erhebung nicht, aus dem Umfragetief zu kommen. Andrea Nahles selbst schneidet sogar noch deutlich schlechter ab als ihre Partei. 

Die neue Parteivorsitzende Andrea Nahles (picture-alliance/dpa/U. Baumgarten)

Die neue Parteivorsitzende Andrea Nahles

Nach der Wahl von Andrea Nahles an die Parteispitze ist die SPD in einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa auf 17 Prozent abgerutscht. Damit liegen die Sozialdemokraten im RTL/n-tv-"Trendbarometer" einen Punkt unter dem Wert der Vorwoche und fallen 3,5 Punkte hinter ihr Ergebnis bei der Bundestagswahl 2017 zurück. Im ZDF-"Politbarometer" vom vergangenen Freitag war die SPD nach der Nahles-Wahl allerdings von 19 auf 20 Prozent gestiegen. 

Im direkten Vergleich liegt Nahles nun weit abgeschlagen hinter Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Wenn die Kanzlerin direkt gewählt würde, würden sich laut der Forsa-Umfrage nur 13 Prozent für die neue SPD-Chefin entscheiden. Die CDU-Vorsitzende Merkel käme dagegen auf 49 Prozent. 

"Die Erwartung erfüllt sich nicht"

"Die Erwartung der SPD-Spitze, Andrea Nahles könne der Partei zu neuem Schwung verhelfen, erfüllt sich bislang nicht", sagte Forsa-Chef Manfred Güllner. "Die meisten Bundesbürger und auch die Mehrheit der SPD-Anhänger trauen ihr nach einer 30-jährigen Karriere im Partei-Apparat keine innovativen Impulse oder zukunftsweisenden Politikentwürfe zu", führte er als Begründung an.

Viele Sozialdemokraten hatten Nahles' Vorgänger Martin Schulz (l.) das schlechte Wahlergebnis angelastet (picture-alliance/dpa/W. Kumm)

Viele Sozialdemokraten hatten Nahles' Vorgänger Martin Schulz (l.) das schlechte Wahlergebnis angelastet

Nahles war nach monatelangen Personalquerelen am Sonntag vor einer Woche an die SPD-Spitze gewählt worden. Sie erhielt auf einem SPD-Parteitag aber nur ein mageres Ergebnis von gut 66 Prozent der Delegiertenstimmen. Sie hat einen weitreichenden Erneuerungsprozess versprochen. 

Laut der Forsa-Umfrage bleiben CDU/CSU mit 34 Prozent klar stärkste Kraft. Drittstärkste Partei nach der SPD wären die Grünen mit 13 Prozent, knapp gefolgt von der AfD mit zwölf Prozent. Die Linkspartei liegt bei zehn Prozent, die FDP bei neun Prozent. 

Interesse an Korea und Syrien

Auffallend ist die Verschiebung in der Bedeutung von Themen für die Bundesbürger. Das größte Interesse fand die Entwicklung in Korea mit 25 Prozent vor dem Syrien-Konflikt (20 Prozent) und US-Präsident Donald Trump (13 Prozent). Dahinter rangierten die Champions-League-Fußballspiele unter anderem von Bayern München. Nur acht Prozent bewegte das Flüchtlingsthema am stärksten, bei sieben Prozent waren es die SPD und die Wahl von Nahles.

Für die Umfrage befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa in der vergangenen Woche 2507 Bürger. Die statistische Fehlertoleranz liegt den Angaben zufolge bei 2,5 Prozentpunkten.

stu/uh (dpa, afp, rtr)
 

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