Spanien gedenkt der Terroranschläge von Barcelona und Cambrils | Aktuell Europa | DW | 17.08.2018
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Terrorismus

Spanien gedenkt der Terroranschläge von Barcelona und Cambrils

Die Abscheu über die Bluttaten vor genau einem Jahr dürfte wohl alle Spanier einen. Die Anwesenheit von König Felipe bei der zentralen Gedenkfeier in Kataloniens Hauptstadt sorgte aber schon wieder für Unfrieden.

König Felipe und seine Frau Letizia (Mitte) bei der Gedenkfeier in Barcelona (Foto: Getty Images/AFP/L. Gene)

König Felipe und seine Frau Letizia (Mitte) bei der Gedenkfeier in Barcelona

Mit einer emotionalen Zeremonie hat Spanien der Opfer der Anschläge in Katalonien vor genau einem Jahr gedacht. An der Gedenkfeier auf Barcelonas Flaniermeile Las Ramblas nahmen neben Angehörigen und Trauernden auch König Felipe VI., der spanische Regierungschef Pedro Sánchez und der katalanische Regionalchef Quim Torra teil. Bei den Anschlägen in Barcelona und Cambrils waren insgesamt 16 Menschen getötet worden.

"Imagine" -  "Hallelujah" - "Niemand ist eine Insel"

Angehörige der Opfer steckten Blumen in bunte Poller, die auf dem 1976 geschaffenen Mosaik des Künstlers Joan Miró auf dem Pla de l'Os installiert worden waren. Hier endete am 17. August 2017 die Todesfahrt eines islamistischen Attentäters. Er hatte einen Lieferwagen in eine Menschenmenge auf den Ramblas gesteuert. In der darauffolgenden Nacht konnte ein großer Anschlag in dem Ort Cambrils gerade noch verhindert werden. Mehr als 120 Passanten erlitten Verletzungen. Die Betroffenen stammen aus insgesamt 34 Ländern. Die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) reklamierte die Taten für sich. Anfang des Monats wurde der Drahtzieher laut spanischen Medienberichten identifiziert, Details wurden aber nicht bekannt.

Die Gedenkfeier auf den Ramblas in der katalanischen Hauptstadt, wo der Anschlag am 17. August 2017 verübt wurde (Foto: Getty Images/AFP/L. Gene)

Die Gedenkfeier auf den Ramblas in der katalanischen Hauptstadt, wo der Anschlag am 17. August 2017 verübt wurde

Die Angehörigen zeigten sich bei der Gedenkstunde tief bewegt, viele weinten. Ein Chor sang John Lennons Friedenshymne "Imagine" und die Leonard-Cohen-Ballade "Hallelujah". Das berühmte Gedicht "Niemand ist eine Insel" von John Donne (1572-1631) wurde in den Sprachen der Herkunftsländer der Opfer vorgetragen, darunter Deutsch, Englisch und Französisch. Wie bereits kurz nach der Bluttat war auch am Jahrestag erneut ein Satz überall zu lesen: "No tinc por" - Katalanisch für: "Ich habe keine Angst". 

Auf den Kopf gestellte Porträts des Königs 

Katalanische Unabhängigkeitsbefürworter protestierten gegen die Teilnahme des Königs. Auf einem Plakat an dem Platz, wo die Zeremonie stattfand, war zu lesen, "der spanische König" sei "nicht willkommen" in Katalonien. Der Monarch hatte sich gegen die Unabhängigkeitsbestrebungen der Region im vergangenen Jahr gestellt. Befürworter der Unabhängigkeit organisierten daher eigene Gedenkveranstaltungen. Dabei wurden unter anderem auf den Kopf gestellte Porträts von Felipe gezeigt. 

sti/fab (afp, ap, dpa)

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