Spahn: ″Das Virus ist zu dynamisch″ | Aktuell Deutschland | DW | 07.02.2021
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Coronavirus

Spahn: "Das Virus ist zu dynamisch"

Wieder einmal beginnt eine Woche, in der Bundesbürger auf die Entscheidungen der Kanzlerin und der Ministerpräsidenten warten. Doch es sieht nicht so aus, als würde es deutliche Lockerungen der Schutzmaßnahmen geben.

Vor dem nächsten Corona-Treffen von Bund und Ländern hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (Artikelbild) für eine Fortsetzung des Corona-Lockdowns und für ein weiter schrittweises Vorgehen der Regierung geworben. "Alle wünschen sich einen Sechs-Monats-Plan, aber den kann es halt in dieser Dynamik, in dieser Pandemie nicht geben", sagte der CDU-Politiker im ARD-Fernsehen. Es gehe nur "Zug um Zug" - und dabei stünden noch einige harte und schwere Wochen bevor.

"Aber das geht nicht"

Es werde weiterhin notwendig sein, die konkreten Maßnahmen, die konkrete Strategie immer wieder anzupassen. "Ich weiß, alle haben eine Sehnsucht nach irgendetwas, das dann hält für sechs oder zwölf Monate. Aber das geht nicht. Das Virus ist zu dynamisch. Die Lage verändert sich zu sehr", sagte Spahn. "Wir werden immer wieder anpassen müssen an die Erkenntnisse, an die Entwicklung", so der Minister. "Wir werden immer wieder überprüfen müssen, nach jeder Maßnahme, die wir ergreifen, nach jedem Schritt, den wir gehen auch nach zwei, drei Wochen: Was sind die Folgen, müssen wir nachsteuern?"

München Lockdown

Es wird wohl weiterhin trist in den Innenstädten bleiben - hier eine Einkaufsmeile in München

Der Minister verwies besonders auf die hochansteckenden Virusvarianten. Daten des Robert Koch-Instituts zufolge lag allein der Anteil der in Großbritannien entdeckten Variante B.1.1.7 Ende der Woche bei knapp sechs Prozent. In 13 der 16 Bundesländern wurde sie inzwischen nachgewiesen. Virologen befürchten eine rasante weitere Ausbreitung für den Fall von Lockerungen. An diesem Mittwoch beraten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erneut mit den Länderchefs über die Maßnahmen.

Kliniken in Calw - Aufnahmestopp

Unterdessen wird aus der Stadt Calw gemeldet, dass die dortigen Kliniken nach einem Corona-Ausbruch vorerst keine Patienten mehr stationär aufnehmen. Lediglich die ambulante Notfall- und Erstversorgung vor Ort bleibt bestehen, wie der Klinikverbund mitteilte. Mitarbeiter am Standort Calw, die am Freitag oder Samstag im Dienst waren, werden demnach in eine sogenannte Pendlerquarantäne versetzt. Sie dürfen sich nur noch zu Hause oder bei einem negativen Testergebnis an ihrem Arbeitsplatz aufhalten. Auch Patienten, die Stand Freitag in den Kliniken sind oder waren, unterliegen demnach einer neuen Allgemeinverfügung, die die Stadt in Baden-Württemberg erlassen hat. Die Maßnahmen sollen eine weitere Ausbreitung des Virus verhindern.

Leichter Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz

In Deutschland sind binnen eines Tages mehr als 4535 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Montagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden innerhalb von 24 Stunden zudem weitere 158 Todesfälle gezählt. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz beträgt 76,0. Sie liegt damit leicht über dem Wert des Vortags, an dem sie 75,6 betragen hatte. In den vergangenen Wochen war der Wert kontinuierlich gesunken. Die montags und sonntags vom RKI veröffentlichten Corona-Zahl fallen in der Regel niedriger aus als an den anderen Wochentagen, da nicht alle Gesundheitsämter ihre Zahlen am Wochenende an das RKI übermitteln und auch weniger Tests vorgenommen und ausgewertet werden.

sti/ml/AL (dpa, ARD)

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