Größter Tech-Deal der Geschichte: SpaceX verschmilzt mit xAI
3. Februar 2026
Tech-Milliardär Elon Musk hat die Raumfahrtfirma SpaceX und seinen KI-Entwickler xAI zusammengelegt. Gemeinsam sollen die Unternehmen unter anderem Rechenzentren im All bauen, wie Musk ankündigte. Er schätze, dass dies in zwei bis drei Jahren der günstigste Weg sein werde, um Rechenleistung für Künstliche Intelligenz zu generieren, heißt es in einem Blogeintrag.
Zunächst wird es der Deal ermöglichen, xAI mit Milliarden aus den Kassen von SpaceX zu versorgen. Die KI-Firma hat einen hohen Kapitalbedarf - und starke Konkurrenten unter anderem mit Google und dem ChatGPT-Erfinder OpenAI. SpaceX und zuletzt auch der ebenfalls von Musk geführte Elektroauto-Hersteller Tesla steckten in Finanzierungsrunden bereits jeweils zwei Milliarden Dollar in xAI und bekamen dafür Beteiligungen. Auch die Online-Plattform X - zu der Musk das von ihm für 44 Milliarden Dollar gekaufte Twitter umgebaut hatte - war in xAI eingebracht worden.
Börsenbewertung von 1,5 Billionen Dollar?
SpaceX ließ sich die Übernahme von xAI der Website "The Information" zufolge 250 Milliarden Dollar kosten. Offizielle Angaben dazu gibt es nicht. Beide Unternehmen sind nicht an der Börse notiert. Laut Medien erwägt SpaceX nun aber einen Börsengang, bei dem die kombinierte Superfirma aus Raumfahrt und KI mit 1,5 Billionen Dollar bewertet werden könnte. Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Insider meldet, wurde bei der Transaktion allein SpaceX mit einer Billion Dollar und xAI mit 250 Milliarden Dollar (212 Milliarden Euro) taxiert; das Gesamtvolumen betrug demnach 1,25 Billionen Dollar.
Eine Schlüsselrolle beim Aufbau von Rechenzentren im All soll die SpaceX-Rakete Starship spielen, die bisher nur Testflüge absolvierte. Musk sprach von stündlichen Starship-Starts mit jeweils 200 Tonnen Nutzlast. Den Strom sollen die Rechenzentren nach Musks Vorstellungen aus Sonnenenergie beziehen - während auf der Erde, vor allem in den USA, die Atomkraft dafür ausgebaut wird.
Entwicklung, Training und Betrieb Künstlicher Intelligenz benötigen gewaltige Mengen an Energie und Rechenleistung. OpenAI, der Konkurrent Anthropic sowie Tech-Schwergewichte wie Google und der Facebook-Konzern Meta wollen zusammen Hunderte Milliarden Dollar für neue Rechenzentren ausgeben.
Fabriken auf dem Mond
SpaceX ist seit Jahren praktisch unverzichtbar für das US-Raumfahrtprogramm. Die Behörde NASA will mit der Starship-Rakete des Unternehmens erstmals seit Jahrzehnten wieder Menschen zum Mond bringen. Fabriken auf dem Erdtrabanten könnten von dortigen Ressourcen profitieren und Satelliten bauen, die sich noch tiefer im Weltall platzieren ließen, schrieb der Milliardär weiter. In seinem Firmengeflecht entwickelt Tesla humanoide Roboter, die auch unter widrigen Bedingungen einsetzbar sein sollen. Musk verkündet seit vielen Jahren, auch den Mars besiedeln zu wollen.
Bei xAI wird der Chatbot Grok programmiert, den Musk ins Rennen um die Vormacht unter anderem mit ChatGPT schickte. Aktuell steht Grok in der Kritik, weil die Software dazu verwendet werden konnte, Frauen in Bikinis oder Dessous darzustellen. Nachdem Behörden aktiv wurden, schränkte xAI die Möglichkeiten dazu ein.
Die jetzige Fusionsvereinbarung dürfte von Aufsichtsbehörden eingehend geprüft werden. Wegen der Milliardenverträge, die SpaceX mit der NASA und dem US-Verteidigungsministerium geschlossen hat, könnten auch nationale Sicherheitsinteressen berührt sein.
Frankreich lädt Musk und Yaccarino vor
Die französischen Behörden luden Musk und die frühere X-Geschäftsführerin Linda Yaccarino unterdessen für den 20. April zu einer Anhörung vor. Laufende Ermittlungen würden nach Beschwerden über Grok ausgeweitet, hieß es. Es gehe nun unter anderem um mutmaßliche Beihilfe zur Verbreitung kinderpornographischen Materials und die Verletzung von Bildrechten durch sogenannte Deepfakes - also täuschend echte Bildfälschungen durch KI - mit sexuellen Inhalten.
Fahnder hatten zuvor in Paris die Büros von X durchsucht. Die Cybercrime-Einheit der Staatsanwaltschaft wurde bei der Razzia auch von Europol und der französischen Polizei unterstützt. Die Untersuchung, die seit einem Jahr läuft, bezog sich ursprünglich vor allem auf einen womöglich missbräuchlichen Einsatz von Algorithmen. Musk hatte diese Anschuldigungen im Juli zurückgewiesen und erklärt, die französischen Staatsanwälte hätten eine "politisch motivierte strafrechtliche Untersuchung" eingeleitet.
jj/se (dpa, afp, rtr)
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