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Soziologen über den wachsenden religiösen Einfluss in Montenegro

8. Januar 2004
https://p.dw.com/p/4XUq

Podgorica, 8.1.2004, BETA, serb.

Die religiösen Gemeinschaften und die politischen Parteien in Montenegro nutzen die religiösen Gefühle der Bürger für ihre eigenen Interessen aus, sagen bekannte Soziologen. Einige religiöse Gemeinschaften und national gefärbte Parteien greifen die religiösen Rechte der montenegrinischen Bürger an, indem sie deren "geistliche und nationale Identität in Abrede stellen".

Hier wird vorwiegend die Serbisch-Orthodoxe Kirche erwähnt, die die Menschen überredet, etwas zu sein, was sie nicht sind. Außerdem erhebt die Kirche auch assimilatorische Ansprüche gegenüber anderen religiösen Gemeinschaften.

"In Montenegro gibt es keinen Unterschied zwischen religiöser Zugehörigkeit und Nationalität und man könne deshalb hier nicht von religiöser Freiheit oder von Wegen in Richtung einer modernen Zivilisation sprechen", sagt der bekannte Soziologe Srdjan Vukadinvic. (...)

Auch der Philosoph Milenko Perovic sagte im Rahmen einer Radio-Untersuchung, dass die Gefühle der Montenegriner mit den politischen Auffassungen eng verbunden seien.

"Die geistliche Frage in Montenegro hängt im Großen und Ganzen von der allgemeinen strategischen Orientierung der montenegrinischen Gesellschaft ab", sagte er. (fp)