Somalia und Eritrea tauschen Botschafter aus | Aktuell Welt | DW | 30.07.2018
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Ende der Eiszeit

Somalia und Eritrea tauschen Botschafter aus

Nach rund 15 Jahren Funkstille nehmen Somalia und das als Nordkorea Afrikas geltende Eritrea ihre diplomatischen Beziehungen wieder auf. Gleichzeitig wollen die Länder den Handel fördern und Investitionen vorantreiben.

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Der somalische Präsident Mohamed Abdullahi Mohamed (links) und der eritreische Präsident Isaias Afwerki (Archivbild)

Staatschef Mohamed Abdullahi Mohamed war als erster somalischer Präsident für einen dreitägigen Besuch ins Nachbarland gereist. Das Abkommen ist ein weiteres Anzeichen für positive Veränderungen am Horn von Afrika. Vor drei Wochen hatte Eritrea bereits mit dem seit Jahrzehnten verfeindeten Äthiopien Frieden geschlossen. Die konfliktreiche Geschichte der drei ostafrikanischen Länder ist eng miteinander verwoben.

Das Militärregime des somalischen Diktators Siad Barre unterstützte einst Eritrea in seinem blutigen Kampf für die Unabhängigkeit von Äthiopien, die es 1993 erreichte. Nach Barres Sturz 1991 versank Somalia im Chaos, während Eritrea und Äthiopien von 1998 bis 2000 erneut Krieg gegeneinander führten.

Stellvertreterkrieg am Horn von Afrika

Von 2006 an dehnte sich dieser Konflikt zu einem Stellvertreterkrieg auf somalischem Boden aus: Äthiopien stellte sich auf die Seite der schwachen somalischen Regierung in Mogadischu, während Eritrea unterstellt wurde, islamistische Aufständische zu unterstützen. Eritrea wurde deshalb auch lange als Nordkorea Afrikas bezeichnet. Die Regierung in Asmara bestritt die Vorwürfe. Doch der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen war nicht überzeugt: 2009 verhängte er wegen Eritreas mutmaßlicher Unterstützung der Dschihadistenmiliz Al-Shabaab ein Waffenembargo und Sanktionen gegen Asmara. "Aber diese Epoche der Krisen, Konflikte und Instabilität (...) geht nun zu Ende", erklärte Eritreas Staatschef Isaias Afwerki. Sein Land unterstütze die "politische Unabhängigkeit, Souveränität und territoriale Integrität Somalias".

Somalia, Eritrea und Äthiopien gehören zu den ärmsten Ländern Afrikas. Äthiopien verzeichnete in den vergangenen Jahren zweistellige Wachstumszahlen. Der neue Ministerpräsident Abiy Ahmed treibt Reformen voran und leitete den Aussöhnungsprozess mit Eritrea ein. In dem militarisierten, abgeschotteten und autoritär geführten Nachbarland nährt der Friedensprozess Hoffnung auf Veränderung.

In Somalia kämpfen Dschihadisten seit Jahren gewaltsam für die Errichtung eines sogenannten islamischen Gottesstaats. Ihr Ziel ist der Sturz der von den UN gestützten Regierung in Mogadischu.

nob/jj (dpa, afp)

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