Skat ist kein Kinderspiel | Top-Thema – Podcast | DW | 05.11.2013
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Top-Thema – Podcast

Skat ist kein Kinderspiel

Skat ist ein sehr beliebtes Kartenspiel in Deutschland. Um 1813 soll es erfunden worden sein. Immer noch spielen Millionen von Menschen gerne Skat – privat oder in Vereinen. Doch junge Spieler findet man selten.‎

Es ist Skatabend bei den „Wandsbeker Zockern“ in Hamburg. Bernd Szymczak eröffnet als Vorsitzender die Spielveranstaltung. Konzentriert schauen die Anwesenden auf ihr Blatt. Denn Skat ist kein reines Glücksspiel, es kommt auch auf Taktik und Überlegung an. Ein Mitspieler bemerkt: „Skat kann man nicht lernen. Skat ist eine Begabung.“

Wann Skat erfunden wurde, weiß allerdings niemand genau – irgendwann zwischen 1810 und 1817. Es existieren aber Notizen eines Kartenspielers von 1813, in denen das Wort „Scat“ auftaucht. Das Spiel verbreitete sich erst unter Soldaten und Studenten, später im ganzen Land. Und die Deutschen liebten es lange Zeit. Der Schriftsteller Kurt Tucholsky schrieb 1920 sogar: „Wenn dem Deutschen so recht wohl ums Herz ist, dann singt er nicht. Dann spielt er Skat.“

Auch heute wird Skat noch häufig gespielt. 20 Millionen Menschen in Deutschland sollen es beherrschen. Der Deutsche Skatverband hat allerdings viele Mitglieder verloren. Im Jahr 1990 hatte er nach eigenen Angaben 35.000 Mitglieder. Heute sind es rund 26.000, davon sehr viele in fortgeschrittenem Alter über 60 Jahre.

Die „Wandsbeker Zocker“ haben ebenfalls Nachwuchssorgen. Szymczak erklärt: „Das ist unser Hauptproblem. Es gibt sehr wenige junge Skatspieler, kaum Schüler.“ Viele geben Smartphones die Schuld dafür: Denn in der Pause surfen Schüler lieber, als Karten zu spielen. Ute Modrow vom Deutschen Skatverband sieht allerdings eine positive Entwicklung: „Es gibt mittlerweile wieder Vereine, in denen das Durchschnittsalter unter fünfzig ist.“


Glossar

etwas ist ein Kinderspiel – hier auch: etwas ist sehr einfach

Zocker, - (m.) – umgangssprachlich für: jemand, der ein Glücksspiel spielt

Vorsitzende, -n (m./f.) – hier: jemand, der die Leitung von etwas hat

Blatt, Blätter (n.) – die Spielkarten, die man nach dem Austeilen auf der Hand hat

rein – hier: nichts anderes als; nur

Taktik, -en (f.) der Plan, mit dem man versucht, ein Ziel zu erreichen (z. B. ein Spiel zu gewinnen)

etwas bemerken – hier: etwas sagen

Begabung, -en (f.) – die Fähigkeit; das Talent

auf|tauchen – hier: vorkommen

etwas verbreiten – etwas sehr vielen Menschen zeigen; etwas bekannt machen

etwas beherrschen – hier: etwas können; wissen, wie etwas geht

rund – hier: etwa; ungefähr

fortgeschritten – hier: hoch

Nachwuchssorgen (f., nur Plural) – hier: die Schwierigkeit, neue und junge Mitglieder zu finden

Smartphone, -s (n., aus dem Englischen) – ein Mobiltelefon, das zugleich ein kleiner Computer ist

surfen (aus dem Englischen) – hier: sich verschiedene Seiten im Internet anschauen

mittlerweile – inzwischen; jetzt


Fragen zum Text

1. Was machen die Leute bei den „Wandsbeker Zockern“ bei einem Skatabend?
a) Sie spielen ein Kartenspiel.
b) Sie untersuchen die historische Entwicklung von Skat.
c) Sie unterrichten junge Schüler im Skatspielen.

2. Welche Aussage steht im Text?
a) Heute können nur noch 26.000 Menschen in Deutschland Skat spielen.
b) Die Anzahl der Mitglieder vom Deutschen Skatverband ist in den letzten 20 Jahren gesunken.
c) Die meisten Skatspieler in Deutschland sind nicht älter als 50 Jahre.

3. Welche Aussage steht im Text? Es wird angenommen, dass Schüler …
a) mit ihren Handys Skatspielen üben.
b) eher mit den Handys spielen als mit Karten.
c) die Regeln von Skat im Internet in nächster Zeit verändern werden.

4. Welchen Satz kann man nicht ins Passiv setzen?
a) Die Deutschen lieben Skat.
b) Man gibt Smartphones die Schuld.
c) Es existieren Notizen aus dem Jahre 1813.

5. Wie lautet dieser Satz im Passiv? „Soldaten verbreiteten Skat in Deutschland.“
a) Soldaten werden Skat in Deutschland verbreiten.
b) In Deutschland wird von Soldaten Skat verbreitet.
c) Skat wurde von Soldaten und in Deutschland verbreitet.


Arbeitsauftrag
Von dem Humoristen Loriot gibt es einen Sketch über das Skatspielen. Schaut ihn euch im Internet an. Diskutiert anschließend darüber, worin der Witz und die Komik dieses Sketches bestehen. Vielleicht habt ihr Lust, ihn nachzuspielen?

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