Skandalwahl bei der UCI | Sport | DW | 27.09.2013
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Sport

Skandalwahl bei der UCI

Der Brite Cookson bekommt 24 Stimmen, Amtsinhaber McQuaid 18. Die Präsidiumswahl des Weltradsport-Verbandes findet unter chaotischen Umständen statt.

Am Ende eines skandalösen Wahltages konnte es in Florenz am Rande der Straßenrad-WM nur einen Sieger geben. Der 62-jährige Brian Cookson folgt dem umstrittenen Iren Pat McQuaid auf den UCI-Thron. Eigentlich hätte Amtsinhaber McQuaid gar nicht kandidieren dürfen, weil sein irischer Heimatverband ihn nicht - wie eigentlich vorausgesetzt - nominiert hatte. Kurzfristig wurden daher Nominierungen aus der Schweiz, Marokko und Thailand anerkannt, obwohl dieser Vorgang eigentlich dem UCI-Regelwerk widerspricht. Doch Herausforderer Cookson beendete die Diskussion entnervt und rief zur Wahl auf.

McQuaid bezahlt für seine Fehler

Das Ergebnis fiel wie erwartet knapp aus. Cookson, der den überwiegenden Teil der traditionellen Radsport-Nationen hinter sich vereint hatte, erhielt bei der geheimen Wahl lediglich sechs Stimmen mehr als sein Widersacher, der seit 2005 Präsident war. Mit der Abwahl von McQuaid endete auch eine Schlammschlacht zwischen den beiden Bewerbern, die sich gegenseitig mit verschiedenen Vorwürfen versucht hatten zu schaden. Cookson hatte McQuaid vor allem vorgehalten, jahrelang das Dopingsystem des siebenmaligen Tour-de-France-Siegers Lance Armstrong gedeckt zu haben. Zudem sah sich der Ire mit Korruptionsvorwürfen konfrontiert und hatte den Ruf eines Alleinherrschers.

Von der Ernennung Cooksons verspricht sich der Radsport eine Wende. Der 62-jährige will Vertrauen in den über lange Zeit systematisch dopingverseuchten Radsport zurückgewinnen. Für dieses langfristige Ziel will der neue Präsident zunächst das gesamte Anti-Doping-Management der UCI in unabhängige Hände legen. Doch auch der Brite ist nicht frei von Verdächtigungen. McQuaid unterstellte ihm, eine Marionette des russischen Oligarchen Igor Makarow zu sein. Cookson bestritt, sich beeinflussen zu lassen und gelobte Integrität. Das muss der neue Spitzenmann des Radsports nun beweisen.