Simbabwe erlässt Jagdverbot nach Tod von ″Cecil″ | Aktuell Afrika | DW | 02.08.2015
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Aktuell Afrika

Simbabwe erlässt Jagdverbot nach Tod von "Cecil"

Die Welle der Empörung nach dem qualvollen Tod des Löwen "Cecil" schlug in Simbabwe so hoch, dass die Behörden nun massiv gegen illegale Trophäensammler vorgehen.

Der afrikanische Staat Simbabwe will nicht länger hinnehmen, dass wohlhabende Hobbyjäger illegal Tiere erlegen. Nach weltweiten Protesten gegen die Tötung des Löwen "Cecil" hat Simbabwe ein Jagdverbot auf Löwen, Leoparden und Elefanten erlassen. Eine solche Jagd sei nur noch mit schriftlicher Behördengenehmigung sowie in Begleitung von Mitarbeitern eines Nationalparks gestattet, zitierte die Zeitung "New Zimbabwe" den Leiter der Nationalparkbehörde. Speziell die Jagd mit Pfeil und Bogen sei mit sofortiger Wirkung untersagt. Verstöße würden mit Festnahmen und Prozessen geahndet. Simbabwe will die Auslieferung des Jägers aus den USA erreichen, der den 13-jährigen Löwen getötet hatte. Ein weiterer US-Jäger wurde beschuldigt, bereits im April einen Löwen ohne Genehmigung erlegt zu haben.

Der im Bundesstaat Minnesota lebende Zahnarzt Walter Palmer soll "Cecil", der als eine Art Wahrzeichen des Hwange-Nationalparks galt, mit einem Köder aus dem Park gelockt haben. Anschließend schoss er mit Pfeil und Bogen auf das Tier. Der Löwe soll lange gelitten haben, bis Palmer ihn schließlich erschoss. Unbestätigten Angaben zufolge soll der Amateurjäger 50.000 Dollar gezahlt haben, um das Tier erlegen zu dürfen. Im Internet brach daraufhin ein wütender Proteststurm über den Mann herein.

Bruder von "Cecil" offenbar noch lebendig

Widersprüchliche Berichte gab es am Wochenende über "Jericho", den Bruder des Löwen "Cecil": Eine Tierschutzorganisation in Simbabwe erklärte zunächst, "Jericho" sei ebenfalls getötet worden. Dagegen erklärten Forscher, ihrer Satellitenüberwachung zufolge sei das Tier im Hwange Nationalpark am Leben. Die Wilderei hat in Afrika Tierschutzorganisationen zufolge zuletzt stark zugenommen. Opfer sind vor allem Elefanten und Nashörner.

Gegen den Zahnarzt Palmer protestierten auch in den USa Tierschützer. (Foto: dpa)

Gegen den Zahnarzt Palmer protestierten auch in den USA Tierschützer

Nach Deutschland wurden im Jahr 2014 die Jagdtrophäen von elf Löwen eingeführt, wie die "Welt am Sonntag" berichtete. Das gehe aus Daten des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) hervor. Unter den eingeführten Jagdtrophäen waren dem Bericht zufolge im vergangenen Jahr 43 Schwarzbären, 36 Leoparden, sieben afrikanische Elefanten und ein Eisbär. "Cecil" hätte demnach nicht als Jagdtrophäe nach Deutschland gebracht werden dürfen. Laut dem BfN-Abteilungsleiter für Artenschutz, Dietrich Jelden, hätte das BfN eine Einfuhr dieser Trophäe nicht genehmigt, weil der Löwe in einem Nationalpark beheimatet war.

ago/hf (dpa, afpf)

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