Sex aus Armut - Zwangsprostitution in Europa | Nahaufnahme - Die aktuelle Reportage | DW | 08.03.2021
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Nahaufnahme

Sex aus Armut - Zwangsprostitution in Europa

Sie wollen der Armut entkommen und werden von Menschenhändlern in die Prostitution gezwungen. Rumänische Frauen, die von einem besseren Leben in Deutschland träumen, werden immer wieder Opfer von kriminellen Schleusern.

Doch die bleiben meist unbehelligt. Denn in Deutschland gilt Prostitution als freiwillige Dienstleistung. Doch 90 Prozent der Frauen werden zum käuflichen Sex gezwungen. Die Ware Mensch ist günstig für die organisierte Kriminalität. Anders als Drogen oder Waffen kostet sie fast nichts. Und man kann sie nicht nur einmal verkaufen, sondern immer wieder, Tag für Tag. Junge Frauen versuchen der Armut in ihren Heimatländern zu entkommen und landen in deutschen Bordellen. Die meisten stammen aus Rumänien oder Bulgarien. Gewissenlose Menschenhändler versprechen ihnen gut bezahlte Jobs, um sie hier in die Sexsklaverei zu zwingen. Manche verkaufen sich für den Gegenwert einer Packung Zigaretten. Erleichtert wird diese Zwangsprostitution durch eine Gesetzgebung, die Prostitution legalisiert und als Dienstleistung definiert, freiwillig angeboten. Wie viele Frauen gezwungen werden, bleibt dabei im Dunkeln. Zum Beispiel Sascha, die 20 bis 30 Freier am Tag bedienen musste, und die erst mit Hilfe von "Amalie", einer Mannheimer Beratungsstelle für Frauen in der Prostitution, den Ausstieg geschafft hat. "Amalie" hat ihr einen Job und eine Wohnung vermittelt, damit sie sich eine neue Existenz aufbauen kann.