Senegals Präsident Macky Sall wiedergewählt | Aktuell Afrika | DW | 28.02.2019
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Afrika

Senegals Präsident Macky Sall wiedergewählt

Bei der Präsidentschaftswahl im Senegal ist Staatschef Macky Sall im Amt bestätigt worden. Seine beiden aussichtsreichsten Herausforderer waren allerdings von der Wahl ausgeschlossen worden.

Der Alte ist der Neue: Laut dem vorläufigen Endergebnis hat Macky Sall (Artikelbild, M.) bei der Präsidentenwahl am Sonntag 58 Prozent der Stimmen erhalten, wie die Nationale Wahlkommission in Dakar mitteilte. Eine Stichwahl ist damit nicht erforderlich. Auf dem zweiten Platz landete demnach der ehemalige Ministerpräsident Idrissa Seck mit 20,5 Prozent, auf dem dritten Ousmane Sonko mit 15,67 Prozent.

Gegen Sall waren zusammen mit dem ehemaligen Steuerbeamten Sonko und dem früheren Ministerpräsidenten Seck insgesamt vier Oppositionskandidaten angetreten. Salls ursprünglich aussichtsreichste Rivalen, Dakars früherer Bürgermeister Khalifa Sall und der Sohn von Ex-Präsident Wade, Karim Wade, waren wegen Korruptionsvorwürfen von der Wahl ausgeschlossen worden. Die Entscheidung hatte, wie auch eine Änderung des Wahlgesetzes, für Kritik gesorgt. 

Der Sohn von Ex-Präsident Wade, Karim Wade

Der Sohn von Ex-Präsident Wade, Karim Wade

Der 56-jährige Sall, ein ehemaliger Geologe und Minsterpräsident unter seinem Vorgänger Abdoulaye Wade, ist seit 2012 Staatschef des Landes. Sall hatte in seiner ersten Amtszeit den Schwerpunkt seiner Politik auf die Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur gelegt. Seine Kritiker werfen ihm jedoch vor, zu wenig für bessere Basisdienstleistungen, Gesundheitsfürsorge und Bildung zu tun.

In der früheren französischen Kolonie waren 6,7 Millionen Wahlberechtigte zur Stimmabgabe aufgerufen. Die Behörden hatten für die Wahl den Einsatz von 8000 Polizisten sowie zahlreicher Zivilbeamter in den urbanen Zentren angekündigt. Nach Angaben des Innenministeriums waren zudem rund 5000 Wahlbeobachter im Einsatz, darunter knapp 900 Vertreter internationaler Beobachtermissionen.

Eine Wählerin in Dakar

Eine Wählerin in Dakar

Die Beobachtermission der Europäischen Union sprach nach der Wahl von einem insgesamt "eher positiven" Verlauf in den von ihr besuchten Wahlbüros. "Es gab nur sehr wenig Gewalt, sehr vereinzelte Zwischenfälle, was sehr gute Nachrichten sind", sagte Missionsleiterin Elena Valencianp.

Das westafrikanische Land mit knapp 16 Millionen Einwohnern gilt als eine der stabilsten Demokratien des Kontinents und hat seit seiner Unabhängigkeit von Frankreich 1960 anders als viele andere Länder in der Region mehrere friedliche Machtwechsel erlebt. Das mehrheitlich muslimische Land blieb von islamistischen Anschlägen weitgehend verschont, seine Wirtschaft verzeichnet ein deutliches Wachstum. Sall legte in seiner ersten Amtszeit den Schwerpunkt seiner Politik auf die Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur. Seine Kritiker werfen ihm jedoch vor, zu wenig für bessere Basisdienstleistungen, Gesundheitsfürsorge und Bildung zu tun.

stu/uh (afp, epd)

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